Rezension

Graphic Novel „Ernie Pike“ von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt über einen Kriegsberichterstatter

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AUTOR/IN
Max Bauer

Der Avant-Verlag hat erstmals alle „Ernie-Pike-Stories“ aus der Feder des Comiczeichners Hugo Pratt veröffentlicht. Die Stories verschmelzen die Schicksale des US-amerikanischen Kriegsreporters Ernie Pyle und des argentinischen Comic-Autors und Militärjunta-Opfers Journalist Héctor Oesterheld. Es geht um die Frage, wie man überhaupt vom Krieg erzählen kann – ob als echter Kriegsreporter oder als Comic-Autor.

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Zeichnungen aus „Ernie Pike“ von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt (Foto: Pressestelle, avant-verlag)
Zeichnungen aus „Ernie Pike“ von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt Pressestelle avant-verlag

Nichts entgeht dem scharfen Blick dieses Zeitzeugen des Krieges

Inspiriert von der Figur des amerikanischen Kriegsberichterstatters Ernie Pyle schufen Oesterheld und Pratt 1957 in Argentinien die Figur des Ernie Pike: ein Journalist, an die Schrecken des Schlachtfelds gewöhnt, aber entschlossen, seine Menschlichkeit zu verteidigen und zu bewahren. In seinen Händen hält er keine Waffe, sondern ein Notizbuch, in dem er Geschichten und Zeugnisse aus den Schützengräben der halben Welt sammelt. Verrat, Mut, Flucht oder Heldentum, nichts entgeht dem scharfen Blick dieses Zeitzeugen des Krieges.

Zeichnungen aus „Ernie Pike“ von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt (Foto: Pressestelle, avant-verlag)
Zeichnungen aus „Ernie Pike“ von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt Pressestelle avant-verlag

Der US-amerikanische Kriegsreporter Ernie Pyle

Der US-amerikanische Kriegsreporter Ernie Pyle gewann für seine Reportagen aus dem Zweiten Weltkrieg den Pulitzer-Preis. 1945 starb er bei Okinawa im japanischen Maschinengewehrfeuer.

Der argentinische Comic-Autor und Journalist Héctor Oesterheld

Der argentinische Comic-Autor und Journalist Héctor Oesterheld wurde Ende der 70er Jahren von den Schergen der argentinischen Militärjunta zu Tode gefoltert. Er und seine vier Töchter zählen zu den vielen tausend „Verschwundenen“ der Jahre der Militärdiktatur.

 

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