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Mit Elke Heidenreich über den Rhein

Blick auf die Hafenanlage Schiffländle in Stein am Rhein, am Fuße der Burg Hohenklingen. (Foto: SWR, Corso Verlag - Foto: Tom Krausz)
Elke Heidenreich blickt auf Stein am Rhein, oben die Burg Hohenklingen: "Was für eine reich beschenkte Landschaft ist diese Gegend am Bodensee! ... Hier gab und gibtes alles: Berge, Wasser, gutes Klima, Rosen, Reichtum, Wein ... alles ist lieblich, alles blüht noch oder schon im Mai, als wir reisen, die Landschaft lacht und die Orte enden auf …ingen: Scherzingen, Kreuzlingen, Münsterlingen; -ingen bedeutet: angehörend, dazugehörend.Das Wort HEIMAT drängt sich geradezu auf. Wir fahren durch prächtige Orte, die auch neckisch locken mit Events wie Krach am Bach, wohl ein Open-Air-Konzert, oder Beiz mit Reiz, der Fall ist klar. Man reimt wohl gern in Stein am Rhein." Corso Verlag - Foto: Tom Krausz
"Wir haben Respekt vor diesem Fluss", schreiben Elke Heidenreich und Tom Krausz in der Einleitung zu ihrem Buch "Alles fließt". Respekt vor dem Fluss, "der so zart und klein in den Alpen beginnt und dann zu einer der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt wird." Am Ende der Lektüre solle der Leser selbst entscheiden, "ob und warum es am Rhein so schön, so schön ist." Corso Verlag - Foto: Tom Krausz
Abendstimmung am Oberrhein. Ein Blick in Richtung Baden-Baden. Elke Heidenreich schreibt an Bord: "Das Schiff fährt uns einfach nur auf dem Fluss spazieren, wiegt uns, beruhigt Herz und Geist. Eine Flussfahrt ist etwas ganz Wunderbares, Sanftes, Leises. Vom Ufer sind Frösche zu hören." Corso Verlag - Foto: Tom Krausz
Am Mittelrhein gelten die Gedanken von Elke Heidenreich der Dichterin Karoline von Günderrode aus Oestrich-Winkel. Sie rezitiert das Buch von Christa Wolf, "Kein Ort", in dem die Schriftstellerin eine fiktive Begegnung der Günderrode mit Heinrich von Kleist schildert: "Es ist ein wundervoll zartes Buch über zwei, die aufgaben, weil ihnen nicht zu helfen war – das ist die andere Seite der hellen Rheinromantik, die Nachtseite, das Dunkle, das Unerlöste." Verlag Corso - Foto: Tom Krausz
Der Rhein bei Duisburg. Über ihre Kindheit und Jugend in Essen schreibt Elke Heidenreich in ihrem Buch: "Meine Jugend fand in einer Glocke ohne Atem und Seelenluft statt, der Blick war eng, und wäre es nicht möglich gewesen, ab und zu an den Rhein zu fahren, den Blick zu weiten, den Himmel zu sehen und die Welt dahinter zu ahnen, dann hätte ich es – vielleicht – gar nicht ausgehalten." Corso Verlag - Foto: Tom Krausz
Den Rheinfall bei Schaffhausen genießen, wie einst Mörike, Goethe oder Wilhelm Heinse, die das Naturereignis beschrieben haben? Elke Heidenreich erklärt nüchtern, von dem Schauspiel habe der Tourismus nicht mehr viel übrig gelassen. "Wir wälzen uns hintereinander über einen schmalen Weg nach unten, Eis, Pommes und Handys vorm Gesicht, ah, Wasserfall, klick, Foto, weiter geht’s, die nächsten drängen schon nach." Dennoch, dass alles fließt und drängt, wie am Rheinfall, begreift Heidenreich als schöne Metapher auch für ihr eigenes Leben. Corso Verlag - Foto: Tom Krausz
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