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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels Preis 2018 an Aleida und Jan Assmann

Die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der deutschen Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann erhalten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekannt. Der Börsenverein ehre damit „ein Forscherpaar, das sich in seiner Arbeit seit Jahrzehnten wechselseitig inspiriert und ergänzt“, heißt es in der Begründung der Entscheidung.

2:01 min | Di, 12.6.2018 | 19:30 Uhr | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Fernsehen BW

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018

Preisträger Aleida und Jan Assmann

Die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der deutschen Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann erhalten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018.

Jan Assmann zeigte sich erstaunt über die Auszeichnung. „Damit habe ich nie gerechnet“, sagte er im Gespräch mit SWR2. Seine Frau habe den Preis mehr verdient, denn sie habe ja schließlich ein Buch über Menschenrechte und Menschenpflichten geschrieben und könne „in diesem Sinne schon als eine Menschenrechtsaktivistin“ gelten. „Ich bin ja als Ägyptologe und Altertumswissenschaftler nicht so sichtbar“, meinte Assmann bescheiden.

6:46 min | Di, 12.6.2018 | 12:33 Uhr | SWR2 Journal am Mittag | SWR2

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Aleida und Jan Assmann erhalten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

"Meine Frau hat es mehr verdient"

Berger, Leonie

Gemeinsame Theorie des kulturellen Gedächtnisses

Gemeinsam haben Jan Assmann und sein Frau Aleida die Theorie des kulturellen Gedächtnisses entwickelt. Aleida Assmann hat diese Theorie in ihren Büchern über Erinnerungskultur formuliert.

Dabei habe insbesondere der Gedanke einer dialogischen Erinnerungskultur eine Roll gespielt, in der man nicht nur die eigenen Erinnerungen kultiviere, sondern auf die Erinnerungen der anderen hört und vor allen dingen auch die Erinnerungen der anderen an das Leid, das wir ihnen zugefügt haben, und die Erkenntnis, dass da ein Dialog entstehen müsse, so Assmann: „Und das hat sich ja politisch so durchgesetzt, wenn man an diese 'Truth and Reconciliation Commitees' denkt. Da haben wir es mit einer Theorie zu tun, die eine entschieden aktuelle politische Bedeutung gewonnen hat.“

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gehört zu den bedeutendsten Kulturauszeichnungen der Bundesrepublik. Der mit 25.000 Euro verbundene Preis geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur
Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen“ haben.

Mit dem Preis wurden seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geehrt. Darunter sind die Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse, Mario Vargas Llosa und Orhan Pamuk. Im vergangenen Jahr erhielt die kanadische Autorin Margaret Atwood die Auszeichnung.

Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, den 14. Oktober 2018, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt.

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