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Als verkündet wurde, dass der Fotograf Sebastião Salgado den Friedenspreis des Buchhandels erhalten sollte, gab es fragende Gesichter: "Was, ein Fotograf?" Jetzt, bei der Preisverleihung in der Paulskirche in Frankfurt schien Sebastião Salgado in seiner Danksagung auch darauf eine Antwort geben zu wollen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Er sieht seine Aufgabe darin „Zeugnis ablegen“, Zeugnis, vom dem, was Menschen angetan wird, Zeugnisse von Ausbeutung, von Armut, Demütigung, von Gewalt, Vertreibung, Mord, gesammelt auf der ganzen Welt, als gäbe es keinen Ort der frei davon wäre. Fast keinen.

In seiner Rede definiert sich Salgado als „sozialer Fotograf“

Was heißt das? Die Sprache der Fotografie ist das Licht. Aber das Licht heißt für Salgado eben auch: „Licht auf Ungerechtigkeit werfen.“

Soziale Fotografie kann nur entstehen, wenn der Fotograf und sein Gegenüber etwas teilen. Ohne Vertrauen des Fotografierten in Salgado ist sie nicht möglich.

Und „teilen“ wird zum immer wiederkehrenden Aufruf in seiner Danksagung, er erinnert in seiner Lebensreise an die vielen Menschen, die er über die Jahrzehnte aufgenommen hat.

Ihnen allen widmet Salgado diesen Preis, lässt sie teilhaben.

Wim Wenders hält die Laudatio auf  Sebastiao Salgado in der Frankfurter Paulskirche (Foto: Imago, imago imgaes / epd)
Wim Wenders hält die Laudatio auf Sebastião Salgado in der Frankfurter Paulskirche Imago imago imgaes / epd

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Es gibt nur zwei Haltungen, die der Fotograf dabei einnehmen kann, Empathie oder Distanzierung. Und Salgado steht für Empathie.

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