Gespräch

„Franz Kafka — Die Zeichnungen“ von Andreas Kilcher: Eine neue Sicht auf Kafka

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Durch die 2019 in den Tresoren der Schweizer UBS-Bank im Nachlass von Max Brod entdeckten Zeichnungen von Franz Kafka, zeige sich eine ganz neue Facette des Schriftstellers, so der Schweizer Literaturwissenschaftler Andreas Kilcher, gegenüber SWR2: „Der Umfang des entdeckten Zeichnungs-Corpus ist so bedeutend, dass man eine neue Seite Kafkas kennenlernt“.

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In den Zeichnungen tauchten keine Protagonisten aus dem schriftstellerischen Werk des Autors auf. Man müsse sich vielmehr vor Augen führen, dass die Zeichnungen zum großen Teil zwischen 1901 und 1907 entstanden seien, also vor seinen Roman-Fragmenten und Essays, erklärt Kilcher .

Grundsätzlich dürfe man sich die Zeichnungen des Schriftstellers Franz Kafka auch nicht als fertige Gemälde vorstellen: „Es sind essayistische Zeichnungen, sehr fein, einige in Tinte, einige in Bleistift — vielfach Figuren bis Figürchen.“ Diese Figuren bzw. Figürchen hätten zum Teil etwas Groteskes, zum Teil etwas Unheimliches — einige seien auch humorvoll: „Nichts davon ist realistisch“. Die Zeichnungen zielten in eine Traumwelt.

Zwei Tusche-Zeichnungen von Franz Kafka, die Strichmännchen in verschiedenen Positionen zeigen. Rechts ist eine Person auf die Tischplatte abgelegt, links sitzt eine Person neben einer anderen stilisierten Person mit übergeschlagenen Beinen. (Foto: imago images, IMAGO / KHARBINE-TAPABOR)
Zwei Zeichnungen von Franz Kafka IMAGO / KHARBINE-TAPABOR

Am 27. Oktober 2021 wird das Werk im Deutschen Literatur-Archiv um 19:30 Uhr vorgestellt. Die Veranstaltung ist auch im Live-Stream verfügbar.

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