Gespräch

Frankfurter Poetikdozentur mit Judith Hermann: „Schreiben und Schweigen“

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Judith Hermann arbeitet in ihren Texte mit „leeren Stellen“

Für ihre Frankfurter Poetikdozentur hat die Schriftstellerin Judith Hermann den Titel „Wir hätten uns alles gesagt – Vom Schweigen und Verschweigen im Schreiben“ gewählt. Das Schweigen sei für sie ein wichtiges Thema, weil sie mit „leeren Stellen“ arbeite, sagt Judith Hermann im Gespräch mit SWR2. Viel von dem, was sie schreibe, nehme sie beim Fertigstellen ihrer Texte wieder heraus, sie modelliere ihre Texte gewissermaßen mit leeren Stellen.

Auch das alte Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ sei etwas, worüber sie manchmal nachdenke. In Märchen und Sagen könne das Schweigen und das Augen-Schließen ja manchmal sogar rettend sein. Sich zurückzuhalten und zu schweigen, sei vielleicht wirklich eine Kunst, so Judith Hermann.

Einsamkeit oder Alleinsein sind nötig, um sich auf sich selbst zu konzentrieren

Mit dem Schweigen verbunden sei für sie auch das Thema der Einsamkeit. Die Einsamkeit, oder unverfänglicher gesprochen, das Alleinsein, sei nötig, um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das gelte für sie selbst und ihre Figuren, beispielsweise die Protagonistin in ihrem neuen Roman „Daheim“, so die Schriftstellerin.

Zeitgenossen Judith Hermann: „Der Erfolg hat mich vorsichtiger gemacht“

Als 1996 Judith Hermanns erster Erzählband „Sommerhaus, später“ erschien, interessierten sich Publikum und Kritik zunächst kaum für das Buch. Als das Debüt von Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett ausgiebig besprochen wurde, begann eine erstaunliche Literaturlaufbahn: Preise - darunter der Kleist-Preis und der Friedrich-Hölderlin-Preis - Lob und heftige Verrisse. In diesem Jahr kam mit "Daheim" Hermanns neuer Roman heraus, der nicht nur das Publikum, sondern auch die Kritik begeisterte.  mehr...

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lesenswert Gespräch Judith Hermann über ihren Roman "Daheim" - Ein neues Leben am Meer

Vom Schwimmen in der Nordsee, von der friesischen Küstenlandschaft und dem Abtauchen ins Schreiben erzählt Judith Hermann in diesem Gespräch, und natürlich von ihrem neuen Roman „Daheim“. Darin geht es um eine Frau, die ihr Leben mit Mann und Tochter hinter sich lässt und alleine in ein Haus am Meer zieht. Sie arbeitet in der Dorfkneipe, schließt leise Freundschaften, beginnt eine Liebesaffäre mit einem Schweinebauern - aber was sucht sie hier wirklich? Ein vielschichtiger Roman über den Bruch in der Mitte des Lebens, über Erinnerungen und Neubeginn. Virtuos, sehr gegenwärtig und mit feinem Humor erzählt.
Anja Brockert im Gespräch mit Judith Hermann.  mehr...

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