Literatur

Ende des „immer mehr“: Andreas Reckwitz und Hartmut Rosa über die „Spätmoderne in der Krise“

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Die Gesellschafts- und Kulturtheoretiker Andreas Reckwitz und Hartmut Rosa gehören zu den prominentesten „Public Intellectuals“ des deutschen Sprachraums. Im Suhrkamp-Verlag haben die beiden nun gemeinsam ein Buch herausgebracht, in dem sie sich mit brisanten Fragen der Gegenwart auseinandersetzen: „Spätmoderne in der Krise“, heißt der Band — und handelt von einem Leben, in dem es nicht länger darum geht, „besser, schneller, effizienter“ zu sein, sondern um lebendige „Resonanz“.

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„Dynamische Stabilisierung“ nennt Hartmut Rosa den Modus, nach dem moderne Gesellschaften sich organisieren. In dem lesenswerten Buch, das er gemeinsam mit seinem Berliner Kollegen Andreas Reckwitz geschrieben hat, arbeitet Rosa anschaulich heraus, warum er dieses System für nicht nachhaltig hält.

Permanente Optimierung treibt Menschen in den Burnout

Das moderne Prinzip der Optimierung und Leistungssteigerung müsse an ökonomische und ökologische Grenzen stoßen. Es treibt die Menschen in Burnout und chronische Überforderung. Vieles von dem, was Rosa und Reckwitz in diesem Band formulieren, hat man ähnlich schon in früheren Büchern der beiden gelesen. Das Spannende am aktuellen Werk: Man hat das Gefühl, den beiden beim Denken und Miteinander-Diskutieren zuschauen zu können. Hartmut Rosa hat — auf einer theoretischen Ebene — ein Konzept entwickelt, wie eine Postwachstumsgesellschaft aussehen könnte, in der ein lebenswertes Leben für alle dennoch möglich ist.

„Wir brauchen eine gesellschaftliche Ordnung, die zu Innovation, Steigerung und Wachstum fähig ist, aber derer nicht bedarf, um sich zu erhalten. Und wir brauchen eine andere Vorstellung vom gelingenden Leben.“

Das wäre dann ein Leben, in dem es nicht um „besser, schneller, effizienter“ geht, sondern um lebendige „Resonanz“, wie einer der Schlüsselbegriffe bei Hartmut Rosa heißt.

Lesestoff zum kritischen Nachdenken

Der Jenaer Professor hat gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Reckwitz ein Buch geschrieben, das zum Weiterphilosophieren und kritischen Nachdenken anregt. Und Nachdenken ist das, was heute – im Zeitalter einer sich zunehmend selbst zerlegenden Spätmoderne – wahrscheinlich mehr als alles andere nottut.

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