Literatur

Absage der Leipziger Buchmesse: „Eine Katastrophe für die gesamte Buchbranche“ – Verlage im Südwesten schockiert

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AUTOR/IN
Leonie Berger

Die Werbemittel sind gedruckt, der Stand gemietet, die Hotelzimmer gebucht – die Absage der Leipziger Buchmesse traf einige Verlage im Südwesten ganz unerwartet. Nun ist die Enttäuschung groß. Nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil den Verlagen der direkte Kontakt zum Publikum verloren geht.

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Dass die Leipziger Buchmesse einigen Verlagen offenbar nicht so wichtig sei wie anderen wird als ein schlechtes Zeichen für die Buchbranche insgesamt gewertet. Die Solidarität unter den Verlagen wird vermisst. Nun geht es darum, für die Autorinnen und Autoren und ihre Werke doch noch die größtmögliche Öffentlichkeit herzustellen – auch ohne Messe.

Gespräch Überraschende Absage der Leipziger Buchmesse

Die Absage der Leipziger Buchmesse kam sehr überraschend. Noch Anfang dieser Woche gab es diverse Pressemitteilungen mit Veranstaltungsankündigungen Buchmesse, sagt SWR2-Literaturredakteur Carsten Otte. „Das hat wohl mit personellen Engpässen zu tun. Einige Großverlage haben verlauten lassen, dass sie nicht mit der gewohnten Stärke anreisen können.“ Andererseits hatten gerade Interessenvertreter von Kleinverlagen für die Durchführung der Messe plädiert, so Otte. „Es wird im Nachgang zu dieser Absage noch einiges zu diskutieren sein.“

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Kulturmedienschau am 10.2.2022 Kulturbruch im Fall der Leipziger Buchmesse

Bücher verkaufen sich auch ohne Messen. Diese Erkenntnis soll nun zur Absage der Leipziger Buchmesse durch die großen drei Verlage geführt haben. Die Feuilletons sehen dieser Entwicklung kritische entgegen warnen vor einem Selbstdemontage der Branche. Und in der freien Kunstszene in Berlin wächst die Kritik an der neuen Kunsthalle in Tempelhof, denn ihr Kurator Walter Smerling stößt dort auf viel Ablehnung.

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