Graphic Novel

Ernst Busch: Eine Comic-Biografie des legendären Sängers, Schauspielers und DDR-Vorzeige-Proleten

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Der Historiker und Autor Jochen Voit hat zusammen mit der Zeichnerin Sophia Hirsch das Leben des Schauspielers und Sängers Ernst Busch unter die moderne Lupe genommen — und eine Graphic-Novel daraus gemacht. „Ernst Busch — Der letzte Prolet“ heißt sie und ist gerade im avant-verlag erschienen.

Der Weltstar, Widerstandskämpfer und Wüterich Ernst Busch als Comic-Hheld? Ina Beyer hat die Bildergeschichte gelesen. In klaren, realistischen Schwarz-weiß - Zeichnungen, mitunter durch farbige Akzente nuanciert und mit viel Hingabe ans historische Detail, so beschreibt sie es, werden Lebensstationen und Begegnungen illustriert — mitunter aber auch frei erfunden.

Ernst Busch - der letzte Prolet. Aus dem Comic von Jochen Voit und Sophia Hirsch (Foto: Pressestelle, avant-verlag)
In drei Akten erzählen Verwandte, Frauen, Kolleg*innen, Verehrer oder Wegbegleiter von ihren Begegnungen mit Ernst Busch, dem weltbekannten Spanienkämpfer, hochpolitischen Sänger und Brechtschauspieler. Pressestelle avant-verlag Bild in Detailansicht öffnen
Der Comic von Jochen Voit und Sophia Hirsch unternimmt eine spannende, chronologische Reise von 1900 bis 1980. Pressestelle avant-verlag Bild in Detailansicht öffnen
In klaren, realistischen Schwarz-weiß-Zeichnungen und mit viel Hingabe ans historische Detail werden Lebensstationen illustriert; mitunter durch farbige Akzente nuanciert — hier eine rote Fahne, Wange oder Polsterung im Theater, dort eine gelbe Weste, Sonne oder Wand. Pressestelle avant-verlag Bild in Detailansicht öffnen
Einen pointierten Zugang zu Leben und Werk des roten Orpheus, Barrikadentaubers, vor allem aber wohl bekanntesten Verkünders von Mackie Messers Schandtaten liefert der Comic unbedingt. Junge Leser voran! Pressestelle avant-verlag Bild in Detailansicht öffnen

Die Sprache des Autors — und seiner Protagonist*innen — ist locker-lässig: Nach einem Vorsprechen bei Erwin Piscator, Bertolt Brecht und Hanns Eisler sagt Buschs Begleiterin beispielsweise, er hätte „die Ober-Ottos der linken Kulturszene beeindruckt“.

Die Frage ist, an wen sich dieser Comic richte: Eingefleischten Busch-Kenner*innen könnte er viel zu flapsig und mitunter auch zu privat sein. Dem Menschen hinter dem bekannten Klassenkämpfer näherzukommen, könnte andere Leser wiederum gerade reizen. Einen pointierten Einblick in Leben und Werk des Künstlers biete der Comic unbedingt und sei deswegen besonders jungen Lesern empfohlen, so die SWR2 Kritikerin.

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