Die Nominierten des Deutschen Sachbuchpreise 2022 (Foto: Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

Literaturpreis

Deutscher Sachbuchpreis 2022 geht an Stephan Malinowskis „Die Hohenzollern und die Nazis“

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Für sein Buch „Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration“ wird Stephan Malinowski mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2022 ausgezeichnet. Malinowski habe ein ausgezeichnet recherchiertes und brillant erzähltes Buch über die Rolle der Hohenzollern seit 1918 geschrieben, so die Jury. Malinowski setzt sich in dem Buch mit der Frage auseinander, in wieweit das Herrscherhaus dem Nationalsozialismus Vorschub geleistet hat.

„Das Buch verbindet soziale und politische Zeitgeschichte mit einem Familienporträt und ist zugleich eine glänzende Milieustudie konservativer und rechter Republikfeindlichkeit.“

Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verleiht den mit 42.500 Euro dotierten Deutschen Sachbuchpreis 2022 zum zweiten Mal. Ausgezeichnet wird ein herausragendes, in deutscher Sprache verfasstes Sachbuch, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt.

Die Nominierten in alphabetischer Reihenfolge:

  • Stefan Creuzberger: Das deutsch-russische Jahrhundert. Geschichte einer besonderen Beziehung (Rowohlt, März 2022)
  • Ludwig Huber: Das rationale Tier. Eine kognitionsbiologische Spurensuche (Suhrkamp, Dezember 2021)
  • Stephan Malinowski: Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration (Propyläen, September 2021)
  • Natan Sznaider: Fluchtpunkte der Erinnerung. Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus (Carl Hanser, Januar 2022)
Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2022, v.l.n.r.: Meron Mendel, Jeanne Rubner, Stefan Koldehoff, Klaus Kowalke, Barbara Stollberg-Rilinger, Denis Scheck, Tania Martini: 7 Personen stehen nebeneinander in einer Art gartenähnlicher Innenhof (Foto: Pressestelle, Deutscher Sachbuchpreis)
Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2022, v.l.n.r.: Meron Mendel, Jeanne Rubner, Stefan Koldehoff, Klaus Kowalke, Barbara Stollberg-Rilinger, Denis Scheck, Tania Martini Pressestelle Deutscher Sachbuchpreis

Über den Deutschen Sachbuchpreis

Der Deutsche Sachbuchpreis wurde 2020 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels ins Leben gerufen, die erste Preisvergabe musste jedoch wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschoben werden. 2022 findet demnach erst die zweite Verleihung des mit insgesamt 42.500 Euro dotierten Preises statt.

Ausgezeichnet werden sollen herausragende, in deutscher Sprache verfasste Sachbücher, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben. „Die Relevanz des Themas, die erzählerische Kraft des Textes, die Art der Darstellung in allgemein verständlicher Sprache sowie die Qualität der Recherche“ sind Qualitätskriterien, an denen sich die Jury laut Webseite orientiert.

25.000 Euro erhält der oder die Preisträger*in, die weiteren sieben Nominierten werden mit jeweils 2.500 Euro ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben, mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Nominierte Sachbücher 2022

Buchkritik Bettina Baltschev - Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand

In ihrem Sach- und Reisebuch "Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand" erkundet Bettina Baltschev die Kulturgeschichte und den Bedeutungswandel von acht europäischen Stränden vom 18.Jahrhundert bis in unsere Gegenwart.
Rezension von Claudia Fuchs.
Berenberg Verlag, 280 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-94633-485-9

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Zeitgenossen Alice Bota: „Ich hab ein Faible für Osteuropa“

Ob in Georgien, Armenien oder auf dem Maidan in Kiew - als Journalistin berichtet Alice Bota über politische Protestbewegungen weltweit, bevorzugt allerdings aus Osteuropa.

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Geschichten sind Alleskönner. Sie können Mut machen, aufhetzen, helfen, die Zukunft neu zu denken und vieles mehr. Die Journalisten Samira El Ouassil und Friedemann Karig zeigen in ihrem Buch "Erzählende Affen", wieso der Mensch immer wieder nach den gleichen Strickmustern erzählt.

Ullstein Verlag, 528 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-55020-167-7

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Buchkritik Steffen Mau - Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert

In seinem Buch „Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert“ beschreibt der Berliner Soziologe Steffen Mau die Globalisierung nicht nur als Chance grenzüberschreitender Mobilität, sondern ebenso als hartes Regime der Grenzkontrollen, das unerwünschte Migranten von den reichen Ländern fernhält.
Rezension von Jochen Rack.
C. H. Beck Verlag, 189 Seiten, 14,95 Euro
ISBN 978-3-406-77570-3

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