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Der Autor Saša Stanišić hat für seinen Roman „Herkunft“ am 14. Oktober in Frankfurt den Deutschen Buchpreis 2019 erhalten.

Das sind die Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2019

Raphaela Edelbauer ist für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, APA/Helmut Fohringer/Klett-Cotta)
Gleich drei Erstlinge haben es in die engere Auswahl geschafft: Raphaela Edelbauer erzählt in „Das flüssige Land“ von einem mysteriösen Loch, in dem nicht nur ein Dorf, sondern auch die düstere NS-Vergangenheit zu verschwinden droht. Das Buch ist eine Variation des klassischen Anti-Heimatromans aus Österreich, mit allen Stärken und Schwächen. APA/Helmut Fohringer/Klett-Cotta Bild in Detailansicht öffnen
Tonio Schachingers Fußball-Affären-Roman „Nicht wie ihr“ sei rotzig und lustig, aber nicht zuletzt in dramaturgischer Hinsicht etwas begrenzt, findet SWR2-Literaturkritiker Carsten Otte. APA/Hans Punz/Kremayr & Scheriau Bild in Detailansicht öffnen
Miku Sophie Kühmel erinnert mit ihrem Roman „Kintsugi“ an ein altes japanisches Handwerk: zerbrochenes Porzellan mit Gold wieder zusammenzufügen. Die Kunst stehe sinnbildlich für das Plädoyer der Autorin, möglichst entspannt mit der Fehlbarkeit in der Liebe umzugehen. „Das ist ambitioniert, doch zuweilen etwas durchschaubar“, sagt Carsten Otte. Andreas Labes | S. Fischer Verlag Bild in Detailansicht öffnen
Saša Stanišić hat mit „Herkunft“ eher eine autobiographische Recherche als einen Roman vorgelegt, die sich mit den Zufällen im Leben beschäftigt und der Frage, woher man kommt und wohin man geht: eine persönliche Vergangenheitsbewältigung, die sowohl auf inhaltlicher als auch auf sprachlicher Ebene überzeugt. Jan Woitas/Luchterhand Bild in Detailansicht öffnen
„Brüder“ ist Jackie Thomaes zweites Prosawerk. Es geht um zwei Halbbrüder aus der ehemaligen DDR, die mit einem abwesenden Vater aus dem Senegal und der Frage zu kämpfen haben, welche Rolle die eigene Hautfarbe für ihr Schicksal spielt. Thomae vermenge eine Vielzahl von Themen und Perspektiven, versäume es aber, ein überzeugendes Gesamtwerk zu schaffen, findet Carsten Otte. Gert Eggenberger/Hanser Verlag Bild in Detailansicht öffnen
Für SWR2-Literaturkritiker Carsten Otte ist Norbert Scheuers Roman der Favorit auf der Liste. „Winterbienen“ ist eine intensive und spannende Geschichte über einen ehemaligen Lehrer, der im Januar 1944 Juden in präparierten Bienenstöcken über die Grenze nach Belgien schmuggelt. „Ein starker Roman, mit großer Stilsicherheit erzählt und mit einem guten Gespür für Figuren und historische Ausweglosigkeiten“. Fritz Peter Linden/C.H. Beck Bild in Detailansicht öffnen
AutorInTitelVerlag
Raphaela EdelbauerDas flüssige LandKlett-Cotta
Miku Sophie KühmelKintsugiS. Fischer
Tonio SchachingerNicht wie ihrKremayr & Scheriau
Norbert ScheuerWinterbienenC. H. Beck
Saša StanišićHerkunftLuchterhand
Jackie ThomaeBrüderHanser Berlin

Viele Debüts, wenig Überzeugendes – Kommentar von SWR2 Literaturkritiker Carsten Otte zur Shortlist Deutscher Buchpreis 2019:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Ist der Deutsche Buchpreis eine Mogelpackung?

Soll mit dem Deutschen Buchpreis herausragende Literatur ausgezeichnet werden oder ein gut lesbares und gut verkäufliches Buch? Diese Frage stellt sich nach Äußerungen der Buchhändlerin Petra Hartlieb, Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis, jetzt besonders deutlich.

Wenn es nämlich darauf hinausläuft, dass wir nur Handlanger des Buchhandels sind, indem wir über den Buchpreis auch berichten, dann habe ich als Literaturkritiker wenig damit zu schaffen.

SWR2 Literaturkritiker Carsten Otte
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

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