Gespräch

Der Roman „Am Ende des Schattens“ über das Janusgesicht des deutschen Kolonialismus

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„Auf der einen Seite gab es ein ganz schreckliches Regime in Deutsch-Südwestafrika und auf der anderen Seite gab es in Deutschland den ersten Studiengang für Jazz auf der ganzen Welt”, sagt Autor Andreas Höll im SWR2-Interview, „während in den USA die Schwarzen noch sehr stark diskriminiert wurden”. Überhaupt habe es in Berlin eine vibrierende schwarze Kultur gegeben, wie sein neuer Roman „Am Ende des Schattens“ mit der Hauptfigur Louis Brody zeigt.

Wie viele jener Afrikaner aus den früheren deutschen Kolonien, die damals in Berlin lebten, arbeitet auch er als namenloser Schauspielkomparse und avanciert bald zum gefeierten Darsteller für „exotische“ Rollen. Andreas Höll erzählt in seinem Buch von den höchst widersprüchlichen Auswirkungen der deutschen Kolonialgeschichte nach dem Ersten Weltkrieg.

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