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Sandra Richter ist die erste Frau an der Spitze des Deutschen Literaturarchivs Marbach. In dieser weltweit bedeutenden Literaturinstitution ist sie Herrin über eine Million Bände, über 160 Sammlerbibliotheken.

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Marbachs Archivschatz durch Digitalisierung zugänglich machen

Vor allem die rund 1400 Nachlässe verschiedenster Schriftstellerinnen und Schriftsteller machen den intellektuellen und literarischen Reichtum des Archivs – von Friedrich Schiller über Franz Kafka bis Hannah Arendt.

Diesen Archivschatz will die Stuttgarter Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter durch verstärkte Digitalisierung für die Öffentlichkeit, aber auch für die internationale Forschung zugänglicher machen.

Das waren große Baustellen, als sie vor zwei Jahren ihre Stelle als Direktorin antrat, die gleich mit viel Unmut und Kritik an ihrer Person verbunden waren. Doch inzwischen hat sich der Sturm gelegt.

Sandra Richter ist die erste Frau an der Spitze des Deutschen #Literaturarchiv #Marbach. Den Archivschatz will Richter durch verstärkte Digitalisierung für die Öffentlichkeit zugänglicher machen. #Kulturfrauen #Weltfrauentag @DLAMarbach https://t.co/0GNrSSTiYL https://t.co/w2v0sNOR9C

Lektüre als Zehnjährige: Thomas Manns „Die Buddenbrooks“

Sandra Richter kommt aus einem Elternhaus, in dem Bildung zunächst wenig stattfand, wie sie selbst erzählt. Die Eltern regten sie dennoch zum Lesen an, und so besorgte sie sich einen Bibliotheksausweis, kam mit Rucksäcken voller Bücher nach Hause und las. Mit zehn Jahren fischte sie Thomas Manns „Buddenbrooks“ aus dem Regal ihrer Eltern, um dann zu Günter Grass und Simone de Beauvoir zu wechseln.

„Zeit für ein neues Kapitel“

In Marbach ist es der unendliche, vielfarbige und vielstimmige Fluss an Texten und Geschichten, der das Selbstverständnis dieser Kulturfrau prägt und ihren nüchternen, ernsten Blick auf die Welt. Das Scheitern ist ihr aus zahlreichen Erzählungen ebenso vertraut wie das Wiederaufstehen. Es sei „Zeit für ein neues Kapitel“ sagt Sandra Richter – in Marbach ebenso wie in einer Welt, die durch das Corona-Virus wie betäubt zu sein scheint.

Diese Welt ist die beste, die wir haben, und wir müssen alles tun, damit sie so bleibt und sich zu dem entwickelt, was sie sein könnte. Also strengen wir uns an, die Pandemie zu bekämpfen, anderes bleibt uns nicht übrig.

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