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Manche Leute mögen Oboenkonzerte oder Renaissance-Malerei, sagt der Schriftsteller Clemens Setz in SWR2: „Für mich war es eine Vorliebe und ein Begeistert-Sein für die Videos von Ufos, die Abbildungen und witzigerweise auch Berichte darüber“. So sei es ihm gegangen, seit er zwölf, 13 Jahre alt gewesen sei. Die für Ende Juni angekündigten Veröffentlichungen amerikanischer Geheimdienste über definitiv nicht erklärbare Himmelserscheinungen seien deshalb für ihn „traurig“, sagt Clemens Setz ironisch, „denn man nimmt mir mein Spielzeug weg“.

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Ufos wurden jahrzehntelang von offizieller Seite geleugnet

Zum Spiel der jahrzehntelangen Berichte über Ufos nämlich habe immer gehört, dass sie von offizieller Seite geleugnet oder für irrelevant erklärt worden seien.

Navy-Piloten beobachteten dabei nahezu täglich an der Atlantikküste „irgendwelche sich ohne Trägheit, ohne Beschleunigung, ganz wie Laserpointer-Punkte bewegende, metallisch wirkende Objekte“.

Etwas sehen, das offiziell gar nicht existiert

„Das kann man sich gar nicht vorstellen, was das für ein tägliches Erleben sein muss“, sagt der Schriftsteller, „wenn man etwas sieht, was nicht offiziell existiert, jeden Tag. Das ist eine kognitive Dissonanz, die einen ja zerreißen muss.“

Gerne, meint Clemens Setz, wäre er einmal einer dieser Piloten, um zu erleben, wie sich das anfühlt. Das habe eine literarische Qualität, eine Tragik ebenso wie etwas Komödienhaftes.

Beeinflusst von der eigenen Fiktion

Es sei geradezu mit Slapstick vergleichbar, etwas zu beobachten, was man als Phänomen nicht verstehen könne und zugleich im realen Leben über keinerlei Bedeutung verfüge. Zugleich seien wir beeinflusst von der eigenen Fiktion, von der festen Verortung von Ufos im Reich der schöpferischen Phantasie.

Ich glaube, es wäre auch davor schon unmöglich gewesen, dass wir das klar sehen können, wegen des halben Jahrhunderts von Ufo- oder SciFi-Geschichten zuvor. Wir können das Thema nie wieder nicht fiktiv lesen.

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