Literatur Maria Cecilia Barbetta erhält den Chamisso-Preis

Für ihren Roman „Nachtleuchten“ bekommt Maria Cecilia Barbetta den Chamisso-Preis/Hellerau.

Der Chamisso-Preis/Hellerau soll herausragende Beiträge zur Gegenwartsliteratur von Autoren würdigen, „die aus einem persönlichen Sprach- oder Kulturwechsels heraus neue literarische Antworten auf den Wandel der globalisierten Welt geben.“

María Cecilia Barbetta wuchs im Einwandererviertel Ballester in Buenos Aires auf, doch sie ging in einen deutschen Kindergarten und später auf eine deutsche Schule. Als Erwachsene fing sie an, auf Deutsch zu schreiben.

Wiedererweckung eines traditionsreichen Preises

Der Literaturwissenschaftler Walter Schmitz hat den 2017 abgeschafften Preis wieder zum Leben zu erweckt, und er ist stolz, dass er ab sofort in Hellerau bei Dresden vergeben wird.

Gut für Dresden, aber auch gut fürs ganze Land. Dass die Robert-Bosch-Stiftung ihren renommierten Chamisso-Preis just zwei Jahre nach der großen Zuwanderungswelle für obsolet erklärte, bleibt unbegreiflich. Schließlich gibt es immer mehr ausländische Autorinnen und Autoren, die hier leben und beginnen, auf Deutsch zu schreiben.

María Cecilia Barbetta kam bereits 1996 zum Promovieren nach Deutschland, und sie blieb. „Änderungsschneiderei Los Milagros“ und „Nachtleuchten“ heißen ihre bisher erschienen Romane. Beide spielen in Buenos Aires. Entstanden aber sind sie auf Deutsch.

„Nachtleuchten“ - Politik im Spiegel der kleinen Leute

Ihr neuer Roman „Nachtleuchten“ spielt in ihrem Heimatviertel Ballester. Im Zentrum der Geschichte stehen die Autowerkstatt „Autopia“ und der Friseursalon „Ewige Schönheit“. Dort treffen sich die Menschen aus dem Viertel. Es ist die Stimmung der 70er Jahre, als sich die Militärdiktatur in Argentinien anschickte, die Macht zu übernehmen.

Also nicht nur ein phantasievoller und witziger Roman, sondern auch ein politischer und damit das perfekte Buch für Dresden und für Deutschland. Geschrieben in einem so einfallsreichen und exquisiten Deutsch, dass man nur staunen kann. María Cecilia Barbetta hat eine Sprache geschenkt bekommen – und wir von ihr eine wundersame Geschichte.

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