Literatur

Bildhauer Shinroku Shimokawa und sein Buch „Man kann keine Steine essen“

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Man kann keine Steine essen. Niemand weiß das besser als Shinroku Shimokawa. Denn er ist beides: Steinbildhauer und engagierter Hobbykoch. Und, der Japaner hat das schönste Buch Deutschlands verfasst! Sein Kochbuch erhielt den Preis der Stiftung Buchkunst. Und es trägt genau diesen Titel: „Man kann keine Steine essen“.

Shinroku Shimokawa (Foto: Pressestelle, Prima.Publikationen)
Fast schon trashige Fotos im Buch zeigen, dass Shimokawas Küche einer Kochnische im Studentenheim ähnelt: schmucklos gefliest, alte Emaille-Töpfe mit kleinen Macken, billige Elektroplatten statt schickem Herd. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Shinroku Shimokawas Blick aufs Kochen ist ein interkulturelles Roadmovie, eine Melange aus Anekdoten, Garzeiten, Einkaufstipps und persönlichen Reflexionen über Lebensmittel und deren Wert. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Giersch und Ginkokerne als Delikatessen, das dürfte selbst ambitionierten Köchen hierzulande neu sein. Shinroku Shimokawas Buch ist voll von solchen Überraschungen. Hier: das Rezept für geröstete Sojabohnen Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Man staunt über gepökelte Pflaumen, die im Salz Jahrhunderte lang genießbar bleiben — „Umeboshi“. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Der Steinbildhauer Shinroku Shimokawa ist in Tokio geboren und aufgewachsen, lebt aber seit zehn Jahren in Stuttgart. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen

„Wenn ich einen Stein als Material sehe, und zum Beispiel ein Rettich als Zutat, kommen ganz ähnliche Gedanken in meinen Kopf. Wie soll ich schneiden, wie zerkleinern? Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen beiden.“

Dafür kann man Fisch und Seetang essen, Reis natürlich sowieso, aber auch Giersch und Adlerfarn und Ginkgosamen. Die letzteren in Maßen. Und wenn man weiß, wo sie zu finden sind (mitten in Stuttgart!), und wie man ihnen den Gestank austreibt…

In den Rezepten seines Buches sucht Shimokawa nach der maximalen Einfachheit. Auf das Wesen seiner Speisen stößt er dabei wie von selbst. So wie er als Künstler nach dem Wesen der Steine sucht. Er arrangiert sie lieber zu Gruppen oder auf Postamenten, als sie zu etwas anderem zu machen als dem, was sie von selbst sind: schwer, hart und einfach da. Überall in unserer Welt. Und dabei völlig ungerührt von unserer Existenz. Sie sind einfach nur Steine. Man kann sie nicht einmal verstehen. Und essen schon gar nicht…

Literatur „Man kann keine Steine essen“: Shinroku Shimokawa und sein „Kochbuch eines japanischen Bildhauers“

Der japanische Steinbildhauer Shinroku Shimokawa lebt seit zehn Jahren in Stuttgart. Nun hat er ein Kochbuch verfasst, das diese interkulturelle Erfahrung reflektiert – Geschichten und Rezepte, vom einfachen Snack bis zur hohen Kunst der japanischen Küche. Japanische Küche, made in Schwaben – diese Kombination ergibt ein besonderes Kochbuch. Doch besonders bekömmlich wird die Lektüre dadurch, dass schon die Gestaltung des Buches ein Genuss ist: Die Stiftung Buchkunst hat es ausgezeichnet als eines der Schönsten Deutschen Bücher des Jahres 2021.  mehr...

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