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Platz 8 (31 Punkte) Federico Italiano, Jan Wagner (Hrg.): Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas

„Das Europa der Lyrik“, so stellen die beiden Herausgeber Jan Wagner und Federico Italiano in ihrem Vorwort fest, „ist in bester Verfassung.“ Wenigstens das. Der Band „Grand Tour“ ist der Auftakt einer neuen Reihe, die die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Zusammenarbeit mit dem Hanser Verlag initiiert hat.

Sieben virtuelle Reisen haben Italiano und Wagner in dieser Anthologie unternommen und dabei lyrische Stimmen eingesammelt. Die Gedichte sind zweisprachig abgedruckt und sollen Ängste, Hoffnungen und Erwartungen an das gegenwärtige Europa ebenso zum Ausdruck bringen wie die Vielfalt literarischer Ausdrucksmöglichkeiten. Ein völkerverbindendes Vorhaben also. Die Routen sind extravagant: Über Polen und Wales geht es nach Portugal und von dort nach Finnland. Oder von England über Luxemburg nach Russland. Die „Grand Tour“, die klassische Bildungsreise des jungen Adligen im 18. Jahrhundert, ist ein Werk zum Blättern und Entdecken.

Man schlägt es wahllos auf und stößt auf Überraschendes, das ungewöhnliche Verbindungen eingeht zu den benachbarten Texten. Merkwürdig schöne Allianzen tun sich auf. Nach knapp 600 Seiten kommt dann die Erkenntnis: Vielleicht ist Europa nicht nur ein geografischer Ort, sondern auch ein großer Raum der Echos, Korrespondenzen und Widersprüche, die es mit Freude auszuhalten gilt.

Federico Italiano, Jan Wagner (Hrg.): Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas

Federico Italiano, Jan Wagner (Hrg.)

Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas

Verlag:
Hanser
Länge:
584 Seiten
Preis:
€ 36
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-446-26182-2

Zu den Autoren:

Federico Italiano, 1976 in Novara geboren, lebt als Autor, Übersetzer und Herausgeber in Wien, wo er an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften forscht. An der LMU München ist er Dozent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. 2003 erschien sein erster Gedichtband Nella costanza. Es folgten I Mirmidoni (2006), L’invasione dei granchi giganti (2010), aus dem ein Auszug in Akzente (6/2008) erschien, und L’impronta (2014).


Jan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband "Probebohrung im Himmel". Es folgten "Guerickes Sperling" (2004), "Achtzehn Pasteten" (2007), "Australien" (2010), "Die Eulenhasser in den Hallenhäusern" (2012) und der Sammelband "Selbstporträt mit Bienenschwarm" (2016). Zuletzt erschien der Essayband "Der verschlossene Raum" (2017). Für seinen Gedichtband "Regentonnenvariationen" (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2017 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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