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BUCHAUTOR/IN

Geboren wurde Lola Randl in München, aufgewachsen ist sie in einer ökologisch ausgerichteten Kommune in Bayern. Vor diesem Hintergrund ist das Wohnexperiment, von dem sie in ihrem höchst erfolgreichen Buch erzählt, nicht weiter überraschend: In Gerswalde in der Uckermark, etwa eine Autostunde von Berlin entfernt, hat die Filmemacherin sich quasi in einem Akt der Realitätswerdung einer Utopie ein Lebensumfeld zurechtgeschneidert. Sie lebt dort gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Mutter, ihrem Liebhaber und ihren beiden Kindern. Und natürlich mit der Dorfgemeinschaft.

In ihrem Film „Von Bienen und Blumen“ hat sie das Dorf und seine Bewohner porträtiert; in ihrem Roman nun stellt sie den Fokus auf die sinnsuchenenden Großstädter und ihre Umgebung nun auch literarisch scharf. Das Dorf an sich wird dabei zu einem kollektiven, heimlichen Protagonisten; zu einer Kontrollinstanz und zu einer Familie zugleich – falls beides nicht ohnehin dasselbe ist. Eine Konstruktion, in der Dynamik, gesellschaftlicher Zündstoff und auch komisches Potential stecken. Denn der Gedanke der libertinären, von allen Zwängen befreiten Kommune, der in den 1960-er Jahren geboren wurde, denkt selbstverständlich auch stets seine eigenen Klischees mit.

Nicht zuletzt ist, der Titel verrät es, Randls Buch auch ein Buch über den Wandel der Jahreszeiten und über das Leben mit der Natur. Auch das und vor allem das gilt es zu lernen. Spott, Selbstbespöttelung, Verwunderung und Konsumkritik – das Trendbuch für den gentrifizierungsmüden Großstädter.

Zur Autorin:

Lola Randl, 1980 in München geboren, studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln und arbeitet als Drehbuchautorin und Regisseurin für Kino und Fernsehen. Zuletzt entstanden die Fernsehserie „Landschwärmer“ (2014) und der Kinofilm „Von Bienen und Blumen“ (2019). Randl lebt in einem kleinen Ort in der brandenburgischen Uckermark.

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