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Eine Wiederentdeckung aus jüngerer Zeit, denn Rosmarie Waldrops Roman erschien erstmals 1986 und bekommt nun, auch dank der Unterstützung des umtriebigen Schriftstellers Ben Lerner, der auch ein Nachwort verfasst hat, eine Neuauflage und zweiten Wind.

Die Autorin wurde 1935 im fränkischen Kitzingen geboren, studierte Literatur- und Musikwissenschaften und wanderte in den späten 1950er-Jahren in die USA aus. Dort lernte sie ihren späteren Mann, den Dichter und Übersetzer Keith Waldrop kennen und gründete mit ihm gemeinsam die Burning Deck Press. Der Verlag wurde zu einem wichtigen Publikationsort für Lyrik in den USA.

„Pippins Tochters Taschenbuch“ ist ein Prosastück in der Tradition experimenteller Gedichte, aufgeladen mit Lyrismen, fragmentarisch zusammengesetzt aus einer Briefkorrespondenz, die die Pianistin Lucy Seifert in den 1970er-Jahren mit ihrer Schwester (oder ist es die Halbschwester? Diese Frage bleibt offen) Andrea führt. Lucy lebt, wie die Autorin selbst, in Rhode Island.

Rekonstruiert wird eine Familiengeschichte über Generationen hinweg: Es geht um Frederika, die die Zwillinge Andrea und Doria auf die Welt bringt; um zwei Männer, die die Väter sein könnten, und darum, dass diese Geschichte sich in Lucys Leben spiegelt.

Mit Waldrop zu schwimmen, schreibt die Lyrikerin Ann Cotten, die den Roman neu übersetzt hat, in ihrem Nachwort, „heißt eher, sich robbenartiges Geschick und Beweglichkeit im sprachlichen Denken zu erschließen.“ Ein wildes Buch jenseits der sprachlichen Ordentlichkeit.

Literatur SWR Bestenliste Juni

Die SWR Bestenliste empfiehlt seit über 40 Jahren verlässlich monatlich zehn lesenswerte Bücher, unabhängig von Bestsellerlisten. Nicht die Bücher, die am häufigsten verkauft werden, bestimmen die Liste, sondern eine Jury, bestehend aus 30 namhaften LiteraturkritikerInnen, wählt die Bücher aus, denen sie möglichst viele LeserInnen wünscht.  mehr...

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