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Wenn es jemals bei einem Bachmannpreis-Wettbewerb eine Punktsiegerin der Herzen gegeben haben sollte, dann im vergangenen Jahr: Die 1940 geborene Schriftstellerin Helga Schubert war bereits im Jahr 1980 zum Wettbewerb eingeladen worden, durfte dann aber nicht aus der DDR ausreisen.

40 Jahre später, beim ersten und hoffentlich auch letzten digital ausgerichteten Klagenfurter Wettlesen, saß Helga Schubert in ihrem Haus in Mecklenburg; im Garten zwitscherten die Vögel, und bereits nach kurzer Zeit war eigentlich den meisten Zuschauern klar, dass nur sie und ihr Text „Vom Aufstehen“ den Bachmannpreis gewinnen würden.

So geschah es, und wenn es so etwas gibt wie eine rührende historische Gerechtigkeit, dann war es dieser Preis für einen ruhigen, klug komponierten und vielschichtigen Text. Eine Erzählung, die zum einen das komplizierte Verhältnis zwischen einer Tochter und einer Mutter thematisiert, die Dankbarkeit einfordert, unter anderem dafür, die Tochter nicht abgetrieben zu haben.

Die Preisträger-Geschichte bildet den Schlussstein dieses Erzählungsbandes, der Helga Schuberts erste literarische Veröffentlichung seit mehr als zwei Jahrzehnten ist. Es ist eine literarische Autobiografie, deren erster Satz lautet: „Mein idealer Ort ist eine Erinnerung.“

Der DDR-Alltag, die Restriktionen, die Versuche, sich Luft zu schaffen, das Älterwerden, die ersten freien Wahlen im Alter von 50. Ein Buch, das von innerer Klarheit und Empathie angetrieben wird.

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