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Im Jahr 2016 feierte die Österreicherin Eva Schmidt nach knapp zwei Jahrzehnten, in denen sie kein Buch veröffentlicht hatte, mit ihrem Episodenroman „Ein langes Jahr“ ein glänzendes Comeback.

Die Straßen einer unscheinbaren Siedlung wurden in dem Roman zu einem schicksalhaften Beziehungsgeflecht, dessen Linien sich kreuzen und wieder auseinanderstreben. Nachbarschaftliche Beziehung heißt bei Eva Schmidt, sich gegenseitig zu beobachten und dadurch in das Leben der anderen vorzudringen. Dinge zu wissen und sich trotzdem fremd zu bleiben.

An diese Ästhetik des sanften Aneinandervorbeilebens knüpft Eva Schmidt nun auch in ihrem neuen, aus zwölf Geschichten bestehenden Band an. So unspektakulär kommen sie daher, und nur in Andeutungen gibt es überhaupt so etwas wie eine Pointe.

Trotzdem kann man sich vorstellen, dass einige der Beziehungen, von denen Eva Schmidt erzählt, ein ungutes Ende nehmen könnten. Die Gewalt ist untergründig, angedeutet. Einmal findet eine Frau eine Pistole bei ihrem Mann. „Willst du mich erschießen?“, fragt sie ihn. So endet die Geschichte.

Die Dezenz von Eva Schmidt ist zum einen empathisch, erzeugt aber zum anderen eine geradezu gespenstische Atmosphäre der Bedrohung. Hier ist eine Autorin am Werk, die einen durchdringenden Blick auf Menschen wirft – und darum weiß, dass sie sich von ihnen fernzuhalten hat.

Buchkritik Eva Schmidt - Die untalentierte Lügnerin

Wie man mit einer unspektakulären Sprache und einem monotonen Erzählton eine große Wirkung erzielen kann – das zeigt die Österreicherin Eva Schmidt in ihrem neuen Roman „Die untalentierte Lügnerin“. Er erzählt von einer höchst psychotischen, gespaltenen, auf einem Lügenfundament aufgebauten Familie, die der Heldin Maren das eigene Leben nicht gerade leichter macht.
Rezension von Ulrich Rüdenauer.

Verlag Jung und Jung
ISBN: 978-3990272305
208 Seiten
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