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Die Bandbreite des englischen Schriftstellers Julian Barnes ist staunenswert. Und noch erstaunlicher: Was immer auch Barnes, der in diesen Tagen seinen 75. Geburtstag feierte, sich als Thema vornimmt – stets kommt ein gutes Buch dabei heraus.

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„Der Mann im roten Rock“ ist ein historischer Roman, und wie jeder gute historische Roman erzählt er selbstverständlich auch von der Gegenwart. Die Titelfigur ist der französische Arzt Samuel Pozzi, geboren im Jahr 1846. Pozzi ist eine jener Menschen, die oftmals im Schatten der vermeintlich Großen standen und dabei doch an ungeheuer vielen Schnittstellen der Geistes- und Kulturgeschichte Spuren hinterlassen haben.

In Pozzis Fall ist es Proust, mit dessen Familie er befreundet war. Oder die Schriftstellerin Sarah Bernhardt, mit der er ein Verhältnis hatte. Das Gemälde, das Barnes zu seinem Roman inspiriert hat, hat der Maler John Singer Sargent im Jahr 1881 angefertigt: Es zeigt Pozzi, einen attraktiven, hochgewachsenen Mann, im roten Morgenrock vor einem bordeauxfarbenen Vorhang.

Barnes sah das Bild im Jahr 2015 in der National Gallery in London. Es ist der Ausgangspunkt eines so elegant erzählten wie intensiv recherchierten Rundgangs durch die Belle Époque, durch die Medizin- und Geistesgeschichte, auf dem Barnes eine Berühmtheit nach der anderen auftreten lässt und später den Bogen ins Heute schlägt: Die englische Elite, so stellt Pozzi fest, sei in ihrem Dünkel unfähig und unwillig, sich in das Denken der Kontinentaleuropäer hineinzuversetzen.

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