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Die 1972 geborene Maria Stepanova ist Prosaistin, Essayistin, Journalistin und Lyrikerin. Sie zählt zu den literarischen Stimmen Russlands, die auch im Ausland wahrgenommen werden und ist darüber hinaus Chefredakteurin der Internetzeitschrift colta.ru. Stepanova gilt als eine der Protagonistinnen der Moskauer Literaturszene.

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In ihrem umfangreichen Roman „Nach dem Gedächtnis“, ihrem ersten Prosawerk, ließ Stepanova Lebensgeschichten und Reiseberichte, Reflexionen und Überlegungen zur Kunst quer durch ein Jahrhundert zu einem beeindruckenden Bild der jüdisch-russischen-europäischen Kultur und ihrer eigenen Herkunft ineinanderfließen.

Auch ihr nun erschienener Gedichtband „Der Körper kehrt wieder“ ist tief in der russischen Historie verwurzelt. Drei Langgedichte sind in diesem Band gesammelt, und aus ihnen spricht eine Perspektive auf die Welt, die von Gewalterfahrungen geprägt und gleichzeitig mit mythologischen und intertextuellen Anspielungen aufgeladen ist: Tote Dichterinnen und Dichter, die als Vorbilder dienten; Kriege und die Opfer, die sie gekostet haben. Der Tonfall changiert zwischen Elegie und Ironie, zwischen Sarkasmus und hohem Ton.

Wann immer es zu schwer zu werden droht, finden Stepanovas von Olga Radetzkaja ganz offensichtlich vorzüglich übersetzte Gedichte wieder einen Ausweg in die Eleganz und Leichtigkeit, auch im Tonfall:

Nach dem Phosphorgehalt der Knochen zu schließen
Aß die Dichtung englischer Zunge ziemlich viel Fisch.

Selbst wer nicht Russisch spricht, wird die Schönheit dieser zweisprachigen Ausgabe zu würdigen wissen.

SWR Bestenliste Januar

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