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Der Schotte John Burnside ist einer der großen Düstermänner der europäischen Gegenwartsliteratur. Mit so wuchtigen wie in letzter Konsequenz auch immer rätselhaften Romanen wie „Die Spur des Teufels“ oder „Glister“ hat er sich seinen Ruf als Autor erschrieben, der die großen Themen wie Schuld, Sühne und Bestrafung in einen spärlich beleuchteten Zwischenraum zwischen Religiosität und Realität stellt.

In „Lügen über meinen Vater“ entwirft Burnside das Psychogramm eines brutalen Menschen, der ein Konstrukt aus Lügen und Selbsttäuschungen zusammenbastelt, um das Leben erträglich zu halten, und dessen tyrannische Familienherrschaft Folgen hatte, mit denen der Sohn bis heute zu kämpfen hat. Burnsides neuer autobiografischer Essay eröffnet mit einer ausführlichen Beschreibung seiner Kindheitslandschaft, deren Schönheit Burnside exakt eineinhalb Seiten in aller ihm zur Verfügung stehenden Eloquenz feiert, bevor er sich daran macht, die Leichen zu beschreiben, die regelmäßig aus den dort überall sprudelnden Gewässern gezogen werden.

„What light there is“ ist ein Buch über die Allgegenwart des Todes als natürliche Konsequenz aus der Existenz des Lebendigen. Burnside, der in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag beging, bewegt sich angesichts des eigenen Alterungsprozesses in assoziativen Schleifen durch die Betrachtungen von Kunst und Natur, durch seine Lektüren und Beobachtungen. Das ist wie nicht anders zu erwarten, selten heiter, aber von großer Offenheit und Scharfsinnigkeit.

SWR Bestenliste Dezember

Die SWR Bestenliste empfiehlt seit über 40 Jahren verlässlich monatlich zehn lesenswerte Bücher, unabhängig von Bestsellerlisten. Nicht die Bücher, die am häufigsten verkauft werden, bestimmen die Liste, sondern eine Jury, bestehend aus 30 namhaften LiteraturkritikerInnen, wählt die Bücher aus, denen sie möglichst viele LeserInnen wünscht.  mehr...

Buchkritik John Burnside - Über Liebe und Magie

Der schottische Schriftsteller John Burnside widmet sich dem goßen Thema Liebe in allen seinen Facetten: nicht romantisch verklärt, sondern realistisch, manchmal gnadenlos ehrlich. Ein großer autobiografischer Essay über das wohl mächtigste und erstaunlichste Gefühl, das ein Mensch haben kann.
Rezension von Thomas Palzer.

Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Penguin Verlag
ISBN 978-3-328-60089-3
288 Seiten
20 Euro  mehr...

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