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Elf Geschichten von und über Frauen, die auch jeder Mann lesen sollte.

„Florida“, ausgezeichnet mit dem Story Prize 2018 und nominiert für den National Book Award, zeigt, wie unheimlich Paarbeziehungen sein können, obwohl sie fest im Alltag verankert sind. Nämlich dann, wenn eine Autorin wie in diesem Fall unheimliche Bilder und Sätze für die Asymmetrien der Geschlechterverhältnisse findet, ohne dabei erbauend oder gar belehrend zu wirken.

Da ist ein Paar, das mit seinen Kindern Urlaub in einer abgelegenen Hütte macht. Der Mann wird gezwungen, frühzeitig abzureisen; die Frau entscheidet sich, mit den Kindern zu bleiben und ist nun gleich zweierlei Herausforderungen ausgesetzt – der Demütigung, dass ihr eben das nicht zugetraut wird und den realen Widrigkeiten der Wildnis.

Scheinbar sind es ganz normale Menschen, die Groff zeigt, doch unter der Oberfläche ist der Wahnsinn selten allzu weit.

Aus guten Gründen zollte Stephen King Groffs Debütroman „Die Monster von Templeton“ Anerkennung. Einen Ausweg gestattet Groff ihren Figuren selten. Versuchen sie auszubrechen, landen sie schnell wieder dort, wo sie aufgebrochen sind.

Die Hölle, das sind die Anderen und der Alltag. Es bedarf allerdings einer so feinsinnigen Beobachterin wie Groff, um das auch bemerken und literarisch darstellen zu können.

Gespräch Lauren Groff - Florida

Elf Geschichten, die düstere und aberwitzige Paarbeziehungen erzählen, sich ständig ändernde Lebenswege schildern und in denen immer wieder Tiere vorkommen, vorzugsweise Reptilien.  mehr...

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