Platz 6 (38 Punkte) Essays. Übersetzt aus dem Ungarischen von Akos Doma

László F. Földényi ist Dramaturg und Übersetzer, Kunsttheoretiker und Kritiker, vor allem aber gilt er als einer der bedeutendsten europäischen Essayisten der Gegenwart. Er hat über Caspar David Friedrich geschrieben und über Kleist, über Dostojewski und Hegel.

Mit seinem neuen Buch kehrt Földényi zu seinem Lebensthema zurück und umkreist schreibend die ganz und gar unzeitgemäße Stimmung der Melancholie. In seinen interdisziplinären Streifzügen durch Kunst und Literatur ist Földényi den rätselhaften Botschaften der Künstler auf der Spur. Er interpretiert den Polyeder in Dürers „Melencolia I“-Stich; er analysiert die sich wandelnden Arten des Auf-die-Welt-Blickens, die Wechselspiele von Dunkelheit und Licht, die die Perspektive auf Körper beeinflussen. Er betrachtet das Verhältnis von menschlicher Sehnsucht nach Erlösung und der rationalen Entzauberung der Welt. Und in jedem einzelnen Text ist Földényi bei aller Gelehrtheit und Belesenheit klar in seiner Sprache, präzise in Ausdruck und Denken.

Es ist auch ein Verdienst des Schriftstellers und Übersetzers Akos Doma, dass Földényis komplexe Denkbewegungen auch in der deutschen Übertragung ihre funkelnde Lebendigkeit behalten.

Zum Autor:

László F. Földényi, geb. 1952 in Debrecen (Ungarn), ist Kunsttheoretiker, Literaturwissenschaftler und Essayist. Er zählt zu den bedeutendsten ungarischen Intellektuellen und leitet als Professor den Lehrstuhl für Kunsttheorie an der Akademie für Theater und Film, Budapest. Er ist Herausgeber der gesammelten Werke von Heinrich von Kleist in ungarischer Sprache und u.a. Friedrich-Gundolf-Preisträger. Seit 2009 ist er Mitglied der der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

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