Platz 6 (35 Punkte) Peter Kurzeck: Der vorige Sommer und der Sommer davor

Im November 2013 starb Peter Kurzeck. Aus dem Nachlass ist nun der siebte Band des Zyklus‘ „Das alte Jahrhundert“ erschienen, die Erzählung zweier Sommer in Südfrankreich. Ein leichtes, melancholisches Buch in unverwechselbarem Tonfall.

Peter Kurzeck: Der vorige Sommer und der Sommer davor (Foto: Schöffling Verlag)
Schöffling Verlag

„Das alte Jahrhundert“: ein auf zwölf Bände angelegter Zyklus

Im November 2013 ist der Schriftsteller Peter Kurzeck im Alter von 70 Jahren in Frankfurt am Main gestorben. Er hinterließ eine fassungslose Gemeinde von eingeschworenen Lesern, vor allem aber ein gewaltiges, unvollendetes Lebensprojekt: „Das alte Jahrhundert“, so der Titel, war ein auf zwölf Bände angelegter Zyklus.

Fünf Bände erschienen bis zu Kurzecks Tod 2013

Zu Kurzecks Lebzeiten sind davon fünf Bände erschienen. Ob Peter Kurzeck sein ambitioniertes Projekt überhaupt jemals hätte abschließen können, ist fraglich: Seine Arbeitsweise war aus- und abschweifend; dementsprechend kompliziert gestaltet sich auch die Sichtung seines Nachlasses.

Nun hat sich nach der Insolvenz seines Stammverlags Stroemfeld/Roter Stern der Verlag Schöffling & Co. des Werks von Peter Kurzeck angenommen. Der siebte Band des Zyklus‘, vom Autor selbst nur „Das Sommerbuch“ genannt, erzählt von zwei Reisen nach Südfrankreich in den Jahren 1983 und 1984.

Die gefräßige Zeit nimmt die Erinnerungen mit sich

Die ganze Kurzeck-Welt, das ganze Universum ist drin. Unter anderem der Hauptfeind – die gefräßige Zeit, die die Erinnerungen mit sich nimmt und die Schönheit des Augenblicks noch dazu. Dagegen hat Kurzeck geradezu panisch angeschrieben.

Den Wettlauf hat er verloren. Aber sein Tonfall, seine Augenblicksepiphanien, sind von unabweislicher Kraft.

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