Platz 5 (27 Punkte) Charles Baudelaire: Le Spleen de Paris - Der Spleen von Paris

Dank Simon Werles Neuübersetzung liegt Charles Baudelaires Gesamtwerk nun in zwei Bänden vor. „Der Spleen von Paris“ ist eine Sammlung, die sich als Entwicklungsgeschichte eines Dichters lesen lässt. Und nicht zuletzt auch als ein in viele Facetten gefasstes, funkelndes Bild der Pariser Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts.

Cover des Buches "Der Spleen von Paris" von Charles Baudelaire, Platz 5 der SWR Bestenliste September 2019 (Foto: Pressestelle, Rowohlt Verlag)
Pressestelle Rowohlt Verlag

Nach seiner Neuübersetzung von „Die Blumen des Bösen“ im Jahr 2017 legt Simon Werle nun die Übertragung von „der Spleen von Paris“ vor. Mit der zweisprachigen Ausgabe ist damit das Gesamtwerk von Charles Baudelaire (1821 – 1867) in zwei frischen Übersetzungen zugänglich.

„Der Spleen von Paris“ ist eine erstmals 1869 posthum erschienene Sammlung aus Jugenddichtungen, im Nachlass aufgefundenen Schriften, dem Fragment gebliebenen Versdrama „Idéolus“, der Künstlernovelle „La Fanfarlo“ und, als gewichtigster Teil, einer Reihe von Prosagedichten, mit denen Baudelaire dieser Gattung überhaupt erst einen Anschub gegeben hat.

„Der Spleen von Paris“ spiegelt die Selbstinszenierung Baudelaires als radikalen Außenseiter und Dandy, der auf die bürgerlichen Zwänge mit Spott blickte. Seinen Protagonisten Samuel Cramer charakterisiert er in „La Fanfarlo“ in bester Selbstironie folgendermaßen:

„Er ist gleichzeitig ein großer Faulpelz, ein frustrierter Ehrgeizling und ein illustrer Pechvogel; denn er hatte sein ganzes Leben lang fast immer nur halbe Einfälle.“

Charles Baudelaire: Le Spleen de Paris

Der Spleen von Paris zeigt beide Baudelaires: Den frühen, sich ausprobierenden Autor und den späten, formal vollendeten Dichter. Und das, was dazwischen liegt. Der Nachvollzug einer Entwicklung. Und nicht zuletzt ein in viele Facetten gefasstes, funkelndes Bild der Pariser Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts.

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