Gespräch

Auszeichnung auch für die Ukraine: Serhij Zhadan erhält Friedenspreis des deutschen Buchhandels

STAND
AUTOR/IN
Astrid Tauch

Für den ukrainischen Autor und Musiker Serhij Zhadan hat der Friedenspreis des deutschen Buchhandels enorme Bedeutung, sagt die Leiterin des Literaturhauses Stuttgart, Stefanie Stegmann, in SWR2.

Audio herunterladen (5,7 MB | MP3)

Das gelte aber auch für die Menschen in der Ukraine selbst. Denn der Preis werde unter den Künstler*innen noch mehr Aufmerksamkeit generieren. Auch für Deutschland sei die Preisverleihung an Zhadan wichtig, ist Stegmann überzeugt. Sie könne dazu führen, dass wir uns detaillierter mit der Literatur und der Kulturgeschichte des Landes beschäftigten.

In seinem Roman „ Internat“ scheine Zhadan den schrecklichen Krieg vorweggenommen zu haben, so Stegmann. Zur Zeit ist Zhadan in Charkiw, wo er Kriegsopfern hilft und versucht, mit Literatur und Musik den Menschen Mut zu geben. Stefanie Stegmann: „So wie Zhadan können im Moment Autor*innen aus der Ukraine und Dissidenten aus Russland kaum schreiben, sie sind wie gelähmt.“

Musikthema „Lieder von Vertreibung und Nimmerwiederkehr“ an der Deutschen Oper Berlin

In „Lieder von Vertreibung und Nimmerwiederkehr“ setzen sich Bernhard Gander und Serhij Zhadan mit den existenziellen Herausforderungen des russisch-ukrainischen Verhältnisses auseinander.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Literatur aus der Ukraine „Milizschule September 2014“ von Serhij Zhadan

Serhij Zhadan zählt zu den bekanntesten literarischen Stimmen in der Ukraine. Der 1974 in der Ostukraine geborene Schriftsteller hat selbst den Krieg im Donbass erlebt und literarisch verarbeitet. Seit 2014 in seiner Heimat die Kämpfe begannen, hat Serhij Zhadan sich bei sozialen Projekten eingebracht und in unzähligen Auftritten versucht, den Menschen seines Landes Mut zuzusprechen. In seinen Gedichten fasst er das Unsagbare der Kriegsschrecken in magische Bilder – verwandelt Grauen in Schönheit. Damit gibt er eine eindringliche Antwort auf die berechtigte Frage, was Literatur in Kriegszeiten denn zu bewegen vermag – welche Rolle der Literatur zukommt, wenn Fassungslosigkeit, Angst und Verzweiflung die Menschen ergreift, wie derzeit die Ukrainerinnen und Ukrainer in ihrem umkämpften Land. In seinem Gedicht „Milizschule September 2014" reflektiert Serhij Zhadan Tod und Traumatisierung der Menschen in der Ostukraine.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

STAND
AUTOR/IN
Astrid Tauch