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Auf Facebook darf man den Holocaust leugnen

Holocaust-Leugner dürfen auf Facebook weiterhin den Holocaust leugnen. Sie haben dafür einen Freifahrtsschein von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der sagte am 18. Juli in einem Interview mit dem amerikanischen Blog Recode: Er sei zwar selbst jüdisch und finde es verletzend, wenn Menschen den Holocaust leugnen. Diese falschen Äußerungen aber aus Facebook zu löschen, oder die Nutzer zu sperren, das sei nicht möglich. Schließlich glaubten diese Menschen doch ernsthaft daran. Es gäbe einfach Dinge, die die Leute falsch verstehen - sie wüssten es einfach nicht besser. Das sei schon ok und bestimmt unabsichtlich.

Schöffling & Co. widerspricht Zuckerberg

Verlagsleiter Patrick Hutsch sagt, Schöffling & Co. könne diese Aussage von Mark Zuckerberg zum Thema Holocaust-Leugner nicht unkommentiert lassen. Solange dies die offizielle Facebook-Politik sei, wolle Schöffling & Co. nicht weiter Teil dieses Netzwerks sein. Schöffling & Co legt alle Accounts bei Facebook bis auf weiteres still.

Der Verlag sieht sich in der Verantwortung für seine Autoren

Der Verlag Schöffling & Co. sei auf Außenwerbung angewiesen und schätze die Möglichkeit, die Stimmungen der Leser und Buchhändler über Soziale Netzwerke wahrnehmen zu können. Der Verlag habe von Beginn an viele Bücher von Holocaust-Überlebenden veröffentlicht, und trage Verantwortung gegenüber diesen Autoren. Es sei längst überfällig sich als Nutzer von Sozialen Netzwerken zu positionieren.

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