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Tanja Weißmann hat die Ludwigshafener Stadtbibliothek fit für das 21. Jahrhundert gemacht. Neben klassischen Bücherregalen und Leseecken gibt es auch Gaming-PCs, Notebooks und Kreativ-Werkstätten. Mit diesem Konzept hat sie den Ort als beliebten kulturellen Treffpunkt in der Industriestadt etabliert, der Jugendliche zurück in die Bibliothek lockt.

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Kultureller Treffpunkt in der Industriestadt

Die Stadtbibliothek in Ludwigshafen ist mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern die größte Kultur- und Bildungseinrichtung der Stadt. Tanja Weißmann ist es gelungen, aus ihr einen gemeinschaftlichen Treffpunkt zu machen. Das war keine leichte Aufgabe in einer Großstadt, die vor allem durch die chemische Industrie geprägt ist und in der mehr als 140 Nationen zuhause sind.

„Die Leute laufen einem nicht von alleine zu. Man muss hier immer arbeiten, um seine Zielgruppe zu erreichen.“

Tanja Weißmann

„Die Leute laufen einem nicht von alleine zu“, sagt Tanja Weißmann. „Man muss hier immer arbeiten, um seine Zielgruppe zu erreichen, aber dann schlägt einem Dankbarkeit entgegen.“ Seit mehr als 25 Jahren arbeitet sie für die Stadtbibliothek. Deshalb weiß sie auch ganz genau, wie die Menschen hier ticken.

Jugendliche schätzen das Angebot

2015 übernahm die 49-Jährige aus Unterfranken die Leitung der Ludwigshafener Stadtbibliothek, die damals gerade saniert wurde. Das Sechziger-Jahre-Gebäude präsentiert sich von innen hell und besucherfreundlich, mit vielen Arbeitsplätzen, Sesseln und Tischchen, die dazu einladen, hier Zeit zu verbringen.

Ein Angebot, das es vorher so nicht gab, und das vor allem von Schülerinnen und Schülern angenommen werde, sagt Weißmann: „Jugendliche sind wirklich mittlerweile 60-80 Prozent der Nutzer. Die leihen sich auch Medien aus, aber vorrangig nutzen sie die Notebooks, Arbeitsplätze, Workshops und Jugendclubs.“

Eine Bibliothek für das 21. Jahrhundert

Dass eine Bibliothek im 21. Jahrhundert anders daherkommen muss als im analogen Zeitalter, war Tanja Weißmann von vorne herein klar. Sie holte Expertenwissen von außen heran und leistete Überzeugungsarbeit im eigenen Haus.

Heute versteht sich die Ludwigshafener Stadtbibliothek als analog-digitale Schnittstelle. Dort gibt es nicht nur Lese-Ecken, sondern auch Sonic-Chairs für den kabellosen Musikgenuss oder Spielkonsolen und Gaming-PCs und eine Kreativ-Werkstatt.

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