Sachbuch Rassist und Kunsträuber: Das toxische Erbe von Theodor Bumiller in Mannheim

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12:33 Uhr
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SWR2

Er war eine der schillerndsten Figuren der brutalen deutschen Kolonialgeschichte: Theodor Bumiller. Mit der „kaiserlichen Schutztruppe“ beteiligte er sich an vorderster Front an der Besetzung Ostafrikas. Hunderte von Artefakten, Waffen und Erinnerungsstücken brachte Bumiller von seinen kriegerischen Streifzügen durch Afrika zurück in seine Heimat nach Mannheim. Wie geht man mit diesem Erbe um, einer Sammlung, die bis heute in den Reiss-Engelhorn-Museen lagert? Eine längst überfällige, erste Biografie über den Mannheimer Afrika-Abenteurer und Rassisten versucht diese Fragen zu beantworten.

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22:45 Uhr
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SWR Fernsehen

Vierjährige Recherche zur Biografie von Theodor Bumiller

Der Mainzer Historiker Dr. Bernhard Gißibl kennt einen Großteil der Hinterlassenschaft dieses kolonialen Abenteurers. Es sind mehr als 1.000 Artefakte, die noch immer in den Depots der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen schlummern. Vier Jahre lang hat Gißibl an der ersten Bumiller-Biografie gearbeitet. Seine Recherchen stützen sich auch auf Bumillers Original-Tagebücher im Depot der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen.

Theodor Bumiller (Foto: SWR, Eberhard Reuß im MARCHIVUM Mannheim)
Prof. Dr. Wilfried Rosendahl von den Reiss Engelhorn Museen (links) und Dr. Bernhard Gißibl, der Bumiller-Biograf Eberhard Reuß im MARCHIVUM Mannheim

Weitere Raubkunst-Hinterlassenschaften in Mannheim

Die Bumiller-Hinterlassenschaften sind nicht das einzige belastete afrikanische Erbe, das in den Mannheimer Depots lagert. Da ist die Sammlung Thorbecke mit mehr als 1.000 weiteren Objekten, allesamt aus einer „Afrika-Expedition“, welche die Stadt Mannheim 1911 finanziert hat. 1925 hat die Stadt Mannheim aus dem „Kunsthandel“ in Berlin sogenannte Benin-Bronzen erworben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um Raubkunst.

Unter den Nazis kamen 1935 weitere Bronzen aus Karlsruhe nach Mannheim. Noch immer befinden sich die Hinterlassenschaften aus Afrika in den Depots der Reiss-Engelhorn-Museen – einer Kulturinstitution der Stadt Mannheim, die heute mit ihrer multikulturellen Weltoffenheit wirbt.

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