SWR2 lesenswert Gespräch Abkehr von allem - John Wray über seinen Roman „Gotteskind“

John Wray erzählt in „Gotteskind“ den schier unglaublichen Weg einer jungen Amerikanerin in den sogenannten Heiligen Krieg.
Aufzeichnung vom 9. Juli im Literaturhaus Stuttgart

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
22:03 Uhr
Sender
SWR2

Der amerikanisch-österreichische Schriftsteller John Wray, geboren 1971 in Washington, hat mit seinem neuen Roman „Gotteskind“ eine Mischung aus religiöser Coming-of-Age-Geschichte, wildem Abenteuerroman und düsterem Horrormärchen vorgelegt, wobei die Genres so gekonnt miteinander verbunden sind, dass ein sehr eigener Tonfall entsteht, in dem selbst die ungeheure Sehnsucht nach dem radikalen Irrweg plausibel erscheint:

Aden Grace Sawyer möchte nämlich eine Koranschule besuchen, eine der berühmt-berüchtigten Medresen im Grenzgebiet zu Afghanistan. Sie flieht vor dem als große Leere empfundenen Leben im kalifornischen Santa Rosa.

Aber vielleicht hat sie noch ganz andere Pläne, vielleicht möchte sie nicht nur beten, sondern die westliche und ungläubige Welt bekämpfen, vielleicht möchte sie mitmachen beim sogenannten Heiligen Krieg.

So ist es nur konsequent, dass sie, die sich als Junge ausgibt und alle belügt, in einem Ausbildungslager für angehende Gotteskrieger landet.

Die Erzählstimme bleibt im Verlauf des Textes stets bei der Heldin, wahrt aber in der dritten Person eine kühle Distanz zu ihr. Gerade dieser Abstand ermöglicht es auch skeptischen Lesern, Aden auf ihren wahnwitzigen, auf ihren unwirklichsten Wegen zu folgen.

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