Literatur „…von zweifellos künstlerischem Wert“: Sammelband zum Werk von Paul Goesch

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12:33 Uhr
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SWR2

Die Heidelberger Sammlung Prinzhorn hat 2015 insgesamt 339 Werke des expressionistischen Künstlers Paul Goesch als Schenkung erhalten. Der 1885 in Schwerin geborene Architekt verbrachte aufgrund seiner Schizophrenie mehr als die Hälfte seines Lebens in psychiatrischen Anstalten. Nach einer ersten Ausstellung hat Museumsleiter Thomas Röske jetzt im Kerber-Verlag einen Sammelband mit dem Titel „…von zweifellos künstlerischem Wert“ vorgelegt, der das Werk von Paul Goesch erstmals im größeren Kontext einordnet.

Paul Goesch war mit seinem in der Anstalt entstandenen Werk in der zeitgenössischen Kunstszene in Berlin vertreten und viel geschätzt. Das änderte sich erst, als Goesch 1934 in die Anstalt Teupitz kam, sich zu Zeiten der NS-Psychiatrie nicht mehr künstlerisch betätigen durfte und Opfer der NS-Euthanasie-Mordaktion T4 wurde. Im „Alten Zuchthaus“ in Brandenburg an der Havel ist Paul Goesch am 22. August 1940 vergast worden. Für die Heidelberger Sammlung Prinzhorn sind die 339 Arbeiten von Paul Goesch eine ideale Ergänzung der eigenen rund 6.000 Werke von Patientenkünstlern.

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