Literatur Wäre Michael Ende heute ein Gamer? - Zum 90. Geburtstag des Schriftstellers

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Der 12. November 2019 ist der 90. Geburtstag des Schriftstellers Michael Ende. Die Anfänge des digitalen Wandels habe Ende noch miterlebt, so erinnert sich sein langjähriger Lektor und Freund, Roman Hocke, in SWR2. Ende sei fasziniert davon gewesen, dass bereits damals Computerspiele einfache Geschichten nachgebildet hätten.

Erstaunliche Vorwürfe hätten die Kritiker dem Schrifsteller nach großen Erfolgen wie „Momo” und „Die unendliche Geschichte” gemacht, erinnert sich Roman Hocke. Vor allem unter dem Vorwurf der Realitätsflucht habe er sehr gelitten, unter der Behauptung, Kinder würden in seinen Büchern verlernen, sich den wirklichen Problemen zu stellen. „Dabei wollte er gerade das - auf einer künstlerischen Ebene”, erklärt Hocke.

Es sei Michael Ende dabei gelungen, in seinen Büchern Archetypen zu erschaffen, in denen sich die jeweilige Zeit immer wieder neu spiegele. So seien die „grauen Herren” aus „Momo” erst zur Inspiration für Bücher über Zeitmanagement geworden, später dann zu allegorischen Figuren der Wirtschafts- und Finanzkrise.

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