Literatur „Die Kakerlake“ – Aus Wut über den Brexit schreibt Ian McEwan einen satirischen Roman

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

„Als Jim Sams aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt.“ So beginnt Ian McEwan seinen Roman „Die Kakerlake“. Die „ungeheure Kreatur“ war eine Kakerlake und ist jetzt ein Mensch, und zwar nicht irgendeiner, sondern der britische Premierminister.

Franz Kafkas „Die Verwandlung“ als Folie für eine Brexit-Satire

Es geht also auch um eine Umkehrung von Franz Kafkas berühmter Erzählung „Die Verwandlung“, in der der Protagonist Gregor Samsa sich in einen Käfer verwandelt sieht.

Unterhaltsam zu lesen, literarisch weniger bedeutsam

Der literarische Witz des Romans bestehe darin, die konkreten Bezüge zum politischen Personal immer wieder zu verschleiern, so SWR2 Literaturkritiker Carsten Otte. Wenn allerdings eine ehemalige Kakerlake als britischer Premier den Willen des Volkes umsetzen will und das zu seiner Mission macht, dann nehme der vehemente Brexit-Gegner Ian McEwan unübersehbar Boris Johnson aufs Korn.

Carsten Otte liest „Die Kakerlake“ als Ausdruck der politischen Wut von Ian McEwan, literarisch ein Nebenwerk, das aber durchaus unterhaltsam ist.

INTERVIEW
STAND