Literatur „Heideröslein“ als „Vergewaltigungslyrik“: Künstlerkollektiv kritisiert Goethe als frauenfeindlich

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Das Künstlerkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ aus dem Umfeld der Städel-Kunsthochschule hat in einer Aktion vergangene Woche Goethes Gartenhaus in Weimar mit Klopapier beworfen. Angesichts des Sexismus in Goethes Lyrik, wie im Gedicht Heideröslein, könne man durchaus fragen, weshalb der Dichter heute noch als „Säulenheiliger“ der deutschen Literatur verehrt werde, so ein anonymes Mitglied der „Frankfurter Hauptschule“ in SWR2.

Goethe: „Erotische Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“

Das Künstlerkollektiv will auf den angeblich unbedarften und beschönigenden Umgang mit Goethe an deutschen Schulen, Universitäten, Theatern und Museen hinweisen.

Goethes Werk strotze von „erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“, die von ihm oft als „naive Dummchen“ gestaltet würden.

„Heideröslein“ als „Vergewaltigungslyrik“

Gegenüber dem im vergangenen Jahr von einer Berliner Hauswand getilgten Gedicht von Eugen Gomringer sei Goethes Gedicht „Heideröslein“ als „Vergewaltigungslyrik“ schon „eine andere Hausnummer“, so der anonym bleibende Vertreter des Künstlerkollektivs im SWR2-Gespräch.

Für die neue Aktion der „Frankfurter Hauptschule“, der Ausstellung „LOLita“ ab dem 26. August in Köln, haben fünf Künstlerinnen und Künstler auf Grundlage von eigenen Nacktfotos aus der Kindheit Kunstwerke geschaffen.

AUTOR/IN
STAND