Gespräch Matthias Meisner: Rechtsextremistische Einstellungen in Sicherheitsbehörden endlich ernstnehmen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Mit dem Einzug der AfD in die Landtage habe sich auch die Stimmung in den Sicherheitsbehörden verändert. Mit Blick auf rechtsextremistische Einstellungen in Sicherheitsbehörden habe man es mit einem „Wegmoderieren von Problemen“ zu tun, so der Journalist Matthias Meisner in SWR2. „Es wird immer von Einzelfällen im Promille-Bereich gesprochen, aber strukturelle Probleme, die es durchaus gibt, werden negiert.“

Das von Meisner und der Journalistin Heike Kleffner herausgegebene Buch „Extreme Sicherheit - Rechtsradikale in deutschen Sicherheitsbehörden“ behandelt Phänomene wie den hessischen NSU 2.0, die rechtsradikale Prepper-Szene in Mecklenburg-Vorpommern, Ku-Klux-Klan-Anhänger in der baden-württembergischen Polizei, Reichsbürger im Umfeld der bayerischen Polizei.

Dabei müsse man unterscheiden zwischen tatsächlichen rechtsextremistischen Straftaten und bloßen autoritären Einstellungen, so Meisner in SWR2. „Klar ist, dass in Bundesländern, wo mehr als jeder Vierte die AfD bei einer Landtagswahl wählt, kaum davon auszugehen ist, dass in Polizei und anderen Sicherheitsbehörden solche Phänomene gar nicht zu finden sind.“ Es sei entscheidend, dass in den Führungsebenen der Sicherheitsbehörden das Problem endlich ernstgenommen werde.

INTERVIEW
STAND