Sachbuch „Dieser Betrieb wird bestreikt“. Technoseum Mannheim stellt Buch über den Metallarbeiterstreik 1963 vor

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12:33 Uhr
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SWR2

Es war der größte Arbeitskampf in der Geschichte der Bundesrepublik. 120.000 Metallbeschäftigte legen im Frühjahr 1963 in Baden-Württemberg die Arbeit nieder. Die Unternehmen antworten auf den Streik mit der ersten Massenaussperrung der Nachkriegszeit. Das Mannheimer Technoseum erinnert jetzt mit dem neuen Buch „Dieser Betrieb wird bestreikt“ an den härtesten Arbeitskampf in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die Verhandlungsführer: ein ehemaliger KZ-Häftling und ein ehemaliger SS-Unterscharführer

Die Massenaussperrung betraf neben den 120.000 Streikenden weitere 300.000 Beschäftigte – eine Kraftprobe für die Gewerkschaft IG Metall und den Arbeitgeberverband Metall. Zwei Wochen lang standen die Räder still.

Es war auch eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Verhandlungsführern, dem Stuttgarter IG Metall-Bezirksleiter Willi Bleicher und Hanns Martin Schleyer, dem Personalvorstand der Daimler-Benz AG und Vorsitzenden des Verbands der Metallindustrie BW. „Zeitgenössische Beobachter erstaunte der eigentümlich respektvolle Umgang, den der ehemalige KZ-Häftling Bleicher und der ehemalige SS-Unterscharführer Schleyer auf der persönlichen Ebene – selbst während härtester Arbeitskonflikte – miteinander pflegten“, heißt es dazu im neuen Buch des Mannheimer Technoseums „Dieser Betrieb wird bestreikt“.

Im Buch finden sich weitere Erinnerungen an den härtesten Arbeitskampf in der Geschichte der Bundesrepublik, der am Ende mit einem Tarifabschluss von 5 Prozent plus endete und als „proletarisches Vorspiel“ zur Studentenrevolte von 1968 gelten kann.

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