SWR2 Lesenswert Feature Landschaften lesen

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Die literarischen Wanderungen des Julien Gracq

Nur selten sind Schriftsteller auch ausgebildete Geografen. Auf Julien Gracq, eine stille Eminenz der französischen Literatur, traf dies jedoch zu, und er war imstande, Landschaften in einer eigenen, magischen Weise wie Physiognomien zu schildern.

Schon zu Lebzeiten berühmt, hielt er sich mit Absicht stets an den Rändern des Betriebs auf - von wo aus er ihn umso schärfer in den Blick nahm. In seiner Heimat, der Region um Nantes, ging er am liebsten an Flussufern spazieren. Dort fand er "flaschengrüne Stille" als "Umspanner poetischer Energie".

Sein hochkonzentriertes Werk bildet das, was Literatur im besten Fall sein kann: ein Sensorium, um Kunst und Leben aufblitzend anders zu denken.

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