Die Gewinner des Joseph-Breitbach Preises 2012 - 2018 Die Gewinner des Joseph-Breitbach Preises 2012 - 2018

Die Gewinner des Joseph-Breitbach Preises 2012 - 2018 Die Gewinner des Joseph-Breitbach Preises 2012 - 2018

Arno Geiger - Unter der Drachenwand (Foto: Carl Hanser Verlag)
2018 | Arno Geiger: Unter der Drachenwand (Carl Hanser, Januar 2018) Unter der Drachenwand ist der Roman eines Jahres: 1944. Der Krieg ist verloren, aber wie fern ist der Frieden? Einen Monat? Ein Jahr? Und was kommt dann? Carl Hanser Verlag
2017 | Die Berliner Dramatikerin Dea Loher picture-alliance / dpa -
2016 | Reiner StachReiner Stach erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2016 für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographie. Mit dem dreibändigen Opus magnum über Franz Kafkas Leben und Schreiben hat Stach neue Maßstäbe für das Genre gesetzt. Mit Takt, Lebensklugheit und Empathie nähert sich der Autor Kafkas komplexer Persönlichkeit; fern von jedem Voyeurismus und von jeglicher Mystizierung leuchtet er die geheimsten Winkel von Kafkas Psyche aus, ohne dem Schriftsteller sein Geheimnis zu nehmen. Diese über 2000 Seiten umfassende Trilogie ist nicht nur akribisch recherchiert und kenntnisreich dokumentiert, sondern in ihrer Anschaulichkeit, atmosphärischen Dichte und psychologischen Subtilität selber ein großer literarischer Wurf; ein Werk, das das Zeitgeschehen – die Welt des deutschen Prager Judentums und den Anbruch der Moderne – ebenso wie die Personen in Kafkas Umfeld so lebendig vor Augen führt, als wären wir mittendrin. S. Fischer / dontshow - S. Fischer / dontshow
2015 | Thomas Lehr In Thomas Lehr würdigt die Jury eine der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur, einen Autor, der sich seit seinem Debüt „Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade“ aus dem Jahr 1993 in jedem Werk aufs Neue mit poetischer Phantasie um eine zwingende Kongruenz von Stoff und Form bemüht. Lehr verfügt über eine Fülle höchst unterschiedlicher Erzählweisen, sei es die raffinierte Schnitttechnik des bundesrepublikanischen Breitwandpanoramas „Nabokovs Katze“, sei es der in zahllose Splitter zerspringende Monolog eines Sterbenden in der Novelle „Frühling“ oder die narrative Zeitlupentechnik in dem Science-Fiction-Roman „42“. SWR -
2014 | Navid Kermani Die Jury begründet ihre Entscheidung vor allem auch mit dem Ausnahmerang des 2011 erschienenen Buchs: „Dein Name“ – Romanchronik aus der Gegenwart und selbstbiographisches Epos in einem –, das in der lückenlosen Nachschrift der Schriftstellerexistenz über die fünf Jahre seiner Entstehung zugleich ein Weltpanorama entwirft. Hier findet ein schriftstellerisches Oeuvre seinen bisherigen Höhepunkt, das aus einer eindrucksvollen Reihe religionswissenschaftlicher Werke, herausragender Reportagen und Reisebücher, aber auch in sich vielgestaltiger Romanerzählungen besteht und in diesem Gipfelwerk sicher nicht seinen Abschluss finden wird. Rowohlt Verlag / imago -
2013 | Jenny Erpenbeck „Jenny Erpenbeck ist die Epikerin des Augenblicks, in dem aus den Zufällen einer Vita Schicksal wird. In ihren Prosatexten – von der Geschichte vom alten Kind (1999) über die Novelle Wörterbuch (2005) bis zu den Romanen Heimsuchung (2007) und Aller Tage Abend (2012) – ergründet sie mit disziplinierter Empathie die Beschädigungen des Lebens in Konstellationen der Angst. Sie versieht Möglichkeitsformen des Überlebens, Versagens, Opferseins zwischen Krieg, Diktatur und den Ideologien des 20. Jahrhunderts mit Antlitz, Sprache, Biografien, Herzschlag. Ihre Bücher fragen nach Menschen, die nicht gefragt werden, ob sie Zeitzeugen sein wollen, die manchmal die Wahl haben zwischen Anstand und Anpassung, Widerstand und Verdrängung, kaum jemal s zwischen Leben und Tod. Die Jury zeichnet Jenny Erpenbeck aus für ein Werk, in dem sich künstlerische Wahrhaftigkeit mit hoher Formkunst, Sprachschönheit und einer Evokationskraft verbindet, die uns in jedem Augenblick zu Mitleide… KNAUS VERLAG / Foto: Katharina Behling -
2012 | Kurt Flasch „Mit Kurt Flasch zeichnet die Jury einen großen Philosophen und Historiker aus und zugleich einen ,der urbansten Schriftsteller´ (Gustav Seibt), der die Literatur der Gegenwart durch seine Essays, Übersetzungen und Erinnerungen bereichert hat.Seine Epochen-Darstellungen und Monographien machten, von Augustinus ausgehend, den Zusammenhang des abendländischen Denkens, der intellectual history, seit der Spätantike sichtbar. Seine staunenswerte Gelehrsamkeit, sein glanzvoller Stil und sein kämpferischer Witz öffnen dem Leser den Blick für die Aktualität, aber auch für das ganz Andere jener scheinbar überwundenen Fragestellungen und Kontroversen. ,Philosophie hat Geschichte´ – dieser Leitsatz machte Flasch zum Erzähler, der Universitätsfehden in Paris so lebendig werden läßt wie Intrigen am päpstlichen Hof.Der Übersetzer von Augustins Bekenntnissen wandelte sich zum Novellisten, der Boccaccios Decamerone und die Epoche seiner Entstehung neu erfindet. Die eigene Mainzer … dpa / Thomas Frey -
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