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„Das Buch an sich ist in seiner ganzen Ausrichtung antirassistisch“, sagt Bärbel Dorweiler über Michael Endes 1960 erschienenen Roman „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Das Kinderbuch sei eine Auseinandersetzung des Autors mit dem Rassenbild der Nationalsozialisten, so die Chefin des Stuttgarter Thienemann-Verlags in SWR2.

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Schwarzes Findelkind in der Fremde

Der Erfolg des Kinderbuches sei auf Endes Fabulierkunst und dessen Gespür für Toleranz zurückzuführen. „Mit Hilfe des schwarzen Findelkinds Jim Knopf erzählt Ende eine Geschichte davon, wie man mit dem Fremden umgeht, wie man sich auch in der Fremde verhalten kann und soll und wie man so ein Abenteuer meistert.“

Im kleinen Drachen Nepomuk thematisiere der Autor die Ausgrenzung. Dorweiler könne die Kritik an Endes Verwendung des „N-Wortes“ nachvollziehen. Allerdings sei dieses Wort in den 1950er und 1960er Jahren relativ selbstverständlich gewesen.

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Antirassistisches Kinderbuch

„Das Buch an sich ist in seiner ganzen Ausrichtung antirassistisch“, betont die Thienemann-Verlagschefin. Der Verlag sei grundsätzlich dem Text der Autoren und Autorinnen verpflichtet.

Auch und gerade in Endes Roman stehe nichts zufällig da. „Michael Ende hat darüber nachgedacht und er hat Querverbindungen geschaffen. Wenn wir das Wort herausnehmen würden, würden wir die Geschichte verflachen.“

Kulturmedienschau „Jim Knopf“ und die Rassismusdebatte | 25.8.2020

Transportiert Michael Endes Kinderbuch-Klassiker „Jim Knopf“ rassistische Vorurteile? Die Debatte wurde von einer Hamburger Kitaleiterin angestoßen und beschäftigt heute die Kulturseiten der Zeitungen. Und es es geht um den anhaltenden Kampf der Menschen in Belaurs, die einen Systemwechsel wollen.  mehr...

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Literatur Wäre Michael Ende heute ein Gamer? - Zum 90. Geburtstag des Schriftstellers

Der 12. November 2019 ist der 90. Geburtstag des Schriftstellers Michael Ende. Die Anfänge des digitalen Wandels habe Ende noch miterlebt, so erinnert sich sein langjähriger Lektor und Freund, Roman Hocke, in SWR2. Ende sei fasziniert davon gewesen, dass bereits damals Computerspiele einfache Geschichten nachgebildet hätten.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

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