STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (4,1 MB | MP3)

Batman beginnt als Plagiat

Schnell musste es gehen, als die Comic-Macher Bob Kane und Bill Finger den Auftrag zu einer neuen Comic-Serie bekamen. Denn die Konkurrenz war groß, der Erfolg von Superman hatte die Latte hochgelegt.

Am 30. März 1939 beginnt Batman als Plagiat des Shadow-Pulps „Partner of Peril“, erklärt Lars Banhold hin, Autor des Standardwerks „Batman – Rekonstruktion eines Helden“. Im Grunde ist Batman sogar ein doppeltes Plagiat, denn Vorbild ist der Graf von Monte Christo, die berühmte Figur von Alexandre Dumas.

Schwarz-weiß Fotorgrafie des Batman-Erfinders Bob Kane, er trägt einen Mantel mit breitem Aufschlag und einen Hut. Unter den Arm klemmt er einen Batman-Comic. (Foto: Imago, IMAGO / Ronald Grant)
Batman-Erfinder Bob Kane Imago IMAGO / Ronald Grant

Nach düsteren Anfängen erscheint die Figur bieder

Dem Grafen von Monte Christo geschieht Unrecht und er will Rache — auch Batman jagt die Gangster der Großstadt aus Rache, weil ein Gangster einst seine Eltern ermordet hat. Und er ist in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich.

Ein Held, der mit den Mitteln des Bösen die Bösen bekämpft. Wie war das möglich in einer Zeit, in der es einen moralischen Kodex für die US-Unterhaltungsindustrie gab? Nach seinen düsteren Anfängen wird Batman auch bald sehr bieder, wird eine Art Hilfs-Sheriff der Polizei.

Der Comic-Held als kulturelles Zeichen

Aber die 1960er Jahre bringen einen neuen Dreh: Der vermeintliche Spießer mit der graublauen Strumpfhose wird Kult und ein subversiver Code der schwulen und lesbischen Subkultur.

Von da an ist Batman mehr als ein Comic-Held wie jeder andere: Er wird ein kulturelles Zeichen, das aktuelle Themen spiegelt.

Popkultur Batman – Ein moderner Heldenmythos

Batman, der Superheld mit der Fledermausmaske, ist seit über 80 Jahren supererfolgreich. Wer ist er: Der edle Ritter, der für Gerechtigkeit kämpft oder ein gewaltgieriger Freak?  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Die dunklen Seiten der Moderne lauern hinter der Maske

In den 1980er Jahren stellt Frank Miller mit seiner Batman-Version die Frage nach einem latenten Faschismus in der westlichen Welt. In den 1990ern macht Filmregisseur Tim Burton Batman zu einem Kino-Helden, der in Selbst-Inszenierung und Gewalt-Ästhetik dem Bösewicht Joker in Nichts nachsteht.

Ein Held mit einer gebrochenen Identität, einfach nur ein Spiegelbild für die Selbstoptimierung und die Machtfantasien unserer Zeit? Immerhin zeigt uns Batman seit über 80 Jahren eines: Hinter der Maske des perfekten Helden, lauern die dunklen Seiten der Moderne.

Porträt Hildur Guðnadóttirs düstere Filmmusikwelten: „Der Joker“, „Chernobyl“ und „The Handmaid's Tale“

Hollywood und der Rest der Welt überschlagen sich vor Begeisterung für Hildur Guðnadóttir, den neuen Star am amerikanischen Filmmusikhimmel. Die isländische Komponistin ist eigentlich in der Klassik Zuhause. Eigentlich, denn die Wahlberlinerin arbeitet konsequent daran, dieses Korsett aufzubrechen. Sie macht Indie und Elektronik, spielt und singt sogar in Metalbands.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Vom Superman zur Wonder Woman Super-Helden im postheroischen Zeitalter

Es diskutieren:
Prof. Dr. Ulrich Bröckling - Soziologe, Universität Freiburg, Georg Seeßlen - Publizist, Kaufbeuren, Barbara Sichtermann - Feministin und Publizistin
Gesprächsleitung: Reinhard Hübsch  mehr...

SWR2 Forum SWR2

STAND
AUTOR/IN