Bitte warten...
1/1

Leipziger Buchpreis Belletristik 2016

Gewinner: Guntram Vesper

In Detailansicht öffnen

Der Gewinner des Leipziger Buchpreises Belletristik 2016
Über das Buch
"Frohburg" ist das opus magnum von Guntram Vesper. Zugleich ist die Kleinstadt südlich von Leipzig für den Autor der Ausgangspunkt von allem: der Ort seiner Geburt 1941, seiner Kindheit und Jugend, bis die Familie 1957 in die Bundesrepublik flieht. In "Frohburg" erzählt Vesper von deutschem Leben im zwanzigsten Jahrhundert, von Kultur, Politik, Krieg und Nachkrieg, und entwirft damit ein Geschichts- und Geschichtenpanorama, das sich zumeist aus eigenem Erleben und Beobachten speist und das ein Land und eine Zeit gültig festhält.
Die Jury
Ein Museum, ein Archiv, ein Lebenswerk: Der wahrnehmungsstarke Blick des Lyrikers nimmt Mannigfaltiges ins Visier. Mit hoher Sensibilität für Ost-West-Phänomene belebt dieser opulente Roman Dinge und Ereignisse, die aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden drohen.
Autor
Guntram Vesper, 1941 in Frohburg geboren, lebt und arbeitet als freier Autor in Göttingen. Sein Lyrikdebüt "Fahrplan" erschien 1964. Neben Gedichten verfasste er vor allem Hörspiele und Erzählungen. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u. a. mit dem Peter-Huchel-Preis 1985. 2006 erhielt er die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.

Der Gewinner des Leipziger Buchpreises Belletristik 2016
Über das Buch
"Frohburg" ist das opus magnum von Guntram Vesper. Zugleich ist die Kleinstadt südlich von Leipzig für den Autor der Ausgangspunkt von allem: der Ort seiner Geburt 1941, seiner Kindheit und Jugend, bis die Familie 1957 in die Bundesrepublik flieht. In "Frohburg" erzählt Vesper von deutschem Leben im zwanzigsten Jahrhundert, von Kultur, Politik, Krieg und Nachkrieg, und entwirft damit ein Geschichts- und Geschichtenpanorama, das sich zumeist aus eigenem Erleben und Beobachten speist und das ein Land und eine Zeit gültig festhält.
Die Jury
Ein Museum, ein Archiv, ein Lebenswerk: Der wahrnehmungsstarke Blick des Lyrikers nimmt Mannigfaltiges ins Visier. Mit hoher Sensibilität für Ost-West-Phänomene belebt dieser opulente Roman Dinge und Ereignisse, die aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden drohen.
Autor
Guntram Vesper, 1941 in Frohburg geboren, lebt und arbeitet als freier Autor in Göttingen. Sein Lyrikdebüt "Fahrplan" erschien 1964. Neben Gedichten verfasste er vor allem Hörspiele und Erzählungen. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u. a. mit dem Peter-Huchel-Preis 1985. 2006 erhielt er die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.

Über das Buch
"Geliehene Landschaft" heißt ein Stilelement der ostasiatischen Gartenkunst. Dabei wird etwas außerhalb der Gartenanlage, z.B. ein Berg oder ein imposantes Gebäude, in die Gestaltung mit einbezogen. Ein kleiner Raum öffnet sich so ins Weite und steigert seine Pracht.
Jeder Stadtpark kann als Jenseitslandschaft gelesen, jede öffentliche Grünfläche auf ihr utopisches Potential hin untersucht werden. Marion Poschmann betrachtet einen Vergnügungspark in den USA oder ein Stück der finnischen Taiga und geht den Sehnsüchten und politischen Implikationen nach, die in diesen Landschaften eingeschrieben sind.
Die Jury
Wagemutige Metaphern, immer durchdacht, das blühende Leben und die finsterste Melancholie: Dieser außerordentliche Gedichtband springt vom Garten zur Stadt, von der Kindheitserinnerung in die Gegenwart, von der DDR nach Japan, vom Lehrgedicht zur Elegie.
Autorin
Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute als Autorin in Berlin. Sie wurde bereits vielfach ausgezeichnet, für ihre Lyrik zuletzt mit dem Peter-Huchel- Preis und dem Ernst-Meister-Preis 2011. Für den Roman Die Sonnenposition (Suhrkamp, 2013) erhielt sie den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.

Über das Buch
Auf einer eisglatten Autobahn, 80 Kilometer vor Berlin, legt sich nachts ein Tanklaster quer und kippt um. Auf dem Standstreifen, kurz im Blaulicht der Feuerwehr zu sehen, streunt ein Wolf. Zwei Kinder, die von zu Hause weggelaufen sind, irren umher, ein polnischer Bauarbeiter sucht verzweifelt nach seiner Freundin, eine Frau verbrennt auf ihrem Balkon die Tagebücher ihrer Mutter; in seinem Debütroman kreuzt Roland Schimmelpfennig die Geschicke seiner Figuren mit den Wegen eines Wolfs. Atmosphärisch dicht und dabei klar erzählt er von Einsamkeit und Sehnsucht und erfasst die winterliche Stimmung in Berlin, seinem Umland und in Polen.
Die Jury
Dieser Autor kann über Eiseskälte schreiben – und über Menschen, denen in der Gegenwart ihr Leben zu eng geworden ist. Ein Reigen aktueller Schicksale, so formstreng wie berührend ineinander verwoben.
Autor
Roland Schimmelpfennig, 1967 in Göttingen geboren, studierte Regie an der Otto-Falckenberg-Schule München und arbeitet seit 1996 als freier Autor und Dramaturg. Er ist der zurzeit meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands; seine Stücke – darunter "Das Reich der Tiere" (Deutsches Theater Berlin, 2007) und "Schwarzes Wasser" (Nationaltheater Mannheim, 2015) – wurden in über 40 Ländern aufgeführt. 2010 erhielt er den Else-Lasker-Schüler- und den Mülheimer Dramatikerpreis.

Über das Buch
Nis-Momme Stockmanns "Der Fuchs" richtet den Blick auf einen Ort im Windschatten geschichtlicher Großereignisse, in dem sein Held Finn Schliemann als Chronist fungiert. Finn rettet sich auf ein Dach, als die norddeutsche Kleinstadt Thule von einem Hochwasser überrascht wird. Die Flut schwemmt so manchen Gegenstand an, der Erinnerungen an seine Kindheit weckt: Das Aufwachsen ohne Vater, der Alltag mit dem behinderten Bruder, das Leben als Außenseiter. Als die mutige und phantasievolle Katja in sein Leben tritt, verändert sich Finns Welt innerhalb kurzer Zeit.
Die Jury
Das Romandebüt des Dramatikers Stockmann ist ein literarischer Wurf, dessen apokalyptisches Eröffnungstableau über eine von einer Flut heimgesuchte, mythische Kleinstadt den Erzähler in einem faszinierend suggestiven Erinnerungsstrom in seine Kindheit mit ihren je eigenen Erschütterungen zurückwirft.
Autor
Nis-Momme Stockmann wurde 1981 auf Föhr geboren. Seit 2009 arbeitet er als Theaterautor am Schauspiel Frankfurt. Sein Werk umfasst Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik, Prosa und Essays und wurde vielfach ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Friedrich-Hebbel-Preis, 2014 den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft in der Sparte Dramatik, zuletzt den Hermann-Sudermann-Preis 2015.

Über das Buch
Heinz Strunk erzählt die authentische Geschichte von Fritz Honka, der in den 70er-Jahren in Hamburg mehrere Frauen ermordet hat. Honka nahm seine Opfer aus der Absturzkneipe "Zum Goldenen Handschuh" mit. Der Erzähler taucht tief ein in die Nachtwelt von St. Pauli und tritt dicht an seine Figuren heran. So entsteht ein zwar tristes, doch äußerst lebendiges Bild vom Milieu der Reeperbahn vor 40 Jahren. Mit gnadenlosem Realismus und treffsicher stellt Strunk eine in Teilen verrohte Gesellschaft dar, die die Nazizeit noch nicht verarbeitet hat.
Die Jury
Heinz Strunk findet eine kunstvolle Sprache, um von den Abgehängten der Gesellschaft zu erzählen. Das Leben des Frauenmörders Fritz Honka taucht die helle Welt der alten Bundesrepublik in ein düsteres Licht.
Autor
Heinz Strunk, 1962 in Hamburg geboren, ist Schriftsteller, Musiker und Schauspieler. Zusammen mit Rocko Schamoni und Jacques Palminger bildet er die Comedy-Gruppe "Studio Braun". Sein Erstlingsroman "Fleisch ist mein Gemüse" (Rowohlt, 2004) wurde ein großer Erfolg und ist Vorlage für ein preisgekröntes Hörspiel, ein Theaterstück und einen Kinofilm. 2014 hat Heinz Strunk Texte von Botho Strauß in der Anthologie "Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger" herausgegeben (Rowohlt).