Gespräch

Zweifelhafter Kommentator: Hans-Georg Maaßen soll Grundgesetz für C.H. Beck interpretieren

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INTERVIEW
Wilm Hüffer

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans Georg Maaßen, soll für den renommierten C.H. Beck-Verlag als Autor in einem der Standardkommentare für das Grundgesetz mitwirken. Eine unverständliche Entscheidung für den Bochumer Rechtswissenschaftler Stefan Huster. denn wer ein solches Kommentarwerk mitschreibe, müsse sich wahrhaftig zu den Prinzipien des Grundgesetzes bekennen. „Das sehe ich bei Hans-Georg Maaßen nicht mehr gewährleistet“, sagt Huster in SWR2.

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Maaßen „politisch falsch abgebogen“

Stefan Huster zufolge ist Maaßen zu denen zu zählen, die während der vergangenen Jahre „politisch falsch abgebogen“ seien. Dabei geht es Huster weniger um die politische Einstellung Maaßens zu Migrationsfragen oder dem Krieg in der Ukraine. Was ihn störe, sei, dass der ehemalige oberste Verfassungsschützer sehr offen und bewusst die Nähe zu rechtspopulistischen Milieus suche und deutlich gemacht habe, dass er mit der politischen Kultur des Landes nichts anfangen könne.

Mitunter habe Maaßen gar „die eine oder andere Umsturzphantasie“ bedient. „Ich glaube“, so der Rechtswissenschaftler, „dass das nicht mehr damit zusammenpasst, dass man auf der anderen Seite die geltende Verfassungsordnung interpretiert.“

Stefan Huster ist Professor für Öffentliches Recht an der Uni Bochum.

Baden-Württemberg

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Wilm Hüffer