Tagesgespräch

WWF-Experte: "Wir stehen beim Artensterben so schlimm da, wie noch nie"

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Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor massiven Konsequenzen, wenn weltweit nicht mehr gegen das Artensterben getan wird. "Wir stehen mit den Arten so schlimm da, wie noch nie", sagte der Experte für Biodiversität und internationale Beziehungen beim WWF Deutschland, Florian Titze, im SWR Tagesgespräch.

Die in China tagende Weltnaturschutzkonferenz zum Schutz der Artenvielfalt müsse auf Maßnahmen dringen, die finanzierbar und umsetzbar seien. Stattdessen hätten die Staaten jahrelang falsche Anreize subventioniert. "Deutschland gibt etwa 67 Milliarden Euro im Jahr für naturschädliche Subventionen aus, das heißt, der Grund, warum das profitabler ist, ist das wir die Umwelt nicht vernünftig mit einkalkulieren in die Berechnungen. Es wird ja belohnt, nicht nachhaltig zu produzieren. Das muss sich ändern“, so Titze. Dabei gehe es nicht darum, den Bauern die Subventionen zu streichen, vielmehr müssten andere Anreize gesetzt werden, die Nachhaltigkeit förderten.

Auch in Deutschland finde ein Artenrückgang statt. Das betreffe vor allem Land- und Süßwasser-Ökosysteme aber auch die Küsten. Die besonders bedrohten Arten seien im Bereich der Vögel zu finden. "Das liegt vor allem an unserer Landnutzung, also zum Beispiel an der Landwirtschaft, die in großen Teilen immer noch nicht nachhaltig ist bei uns“, so der WWF-Experte.

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