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„Es war die beste Zeit“: Das sagt Wolfgang Engler über den Sommer 89', als das Volk sich erhob, die DDR zerfiel und auf einmal so vieles möglich schien. Die Erfahrung des Umbruchs, der radikalen Neugestaltung einer Gesellschaft, sie lässt den in Dresden geborenen Soziologen Engler bis heute nicht los.

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„Es steht nicht gut um die Linke in diesem Land“, beklagt der Soziologe Wolfgang Engler in SWR2 Zeitgenossen. Engler, 1952 geboren, erinnert sich an den Herbst 1989 in der DDR als „eine Stunde des historischen Glücks“, eine Phase des Aufbruchs, in der es nicht darauf ankam „wer jemand war, wichtig war, was er zu sagen hatte, wo es hin soll mit diesem Land.“ Diese Offenheit sei verschwunden, die Linke in identitätspolitische Grabenkämpfe verstrickt.

Linke Politik, so Englers Appell, müsse das Ziel der Gleichheit verfolgen, dürfe AfD-Wähler nicht als „hirnlose Menschen“ herabsetzen, „auch wenn sie selbst ihrerseits andere herabsetzen“. 

Buchkritik Wolfgang Engler / Jana Hensel - Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein

Der Aufstieg der Rechtspopulisten in den Neuen Bundesländern ist nicht auf die DDR-Zeiten zurückzuführen, sondern auf die Erfahrungen der Nachwendezeit, nicht auf Erich Honecker, sondern auf Helmut Kohl.
Aufbau Verlag
288 Seiten, 20 Euro
Rezension von Conrad Lay.  mehr...

SWR2 Lesenswert Kritik SWR2

Aula Das Unvorhersehbare | Der Soziologe Tilman Allert über das Schicksal und wie der Mensch damit umgeht

Der moderne Mensch versteht sich als Macher, als Meister seines Schicksals. Umso dramatischer, wenn das Unvorhersehbare zuschlägt. Das Ende einer Liebe, ein Unfall oder der plötzliche Tod eines lieben Menschen kann uns völlig aus der Bahn werfen. Und doch müssen wir lernen, mit dem Schicksal umgehen. Manuskript zur Sendung: http://swr.li/schicksal  mehr...

SWR2 Wissen: Aula SWR2

Gespräch Wo Männer ihren Frauenhass ausleben: Die Soziologin Veronika Kracher über „Incels“ im Internet

„Es wird eine Atmosphäre geschaffen, die Gewalt rechtfertigt und glorifiziert und in der die Menschen weniger Hemmungen haben, Gewalttaten zu begehen“, berichtet die Mainzer Soziologin Veronika Kracher über ihre verdeckte Recherche in Online-Foren sogenannter Incels. Der Begriff Incel kommt vom Englischen „involuntary celibate“ – ungewollt enthaltsam, per Eigendefinition sind Incels also Männer, die ungewollt keine sexuellen oder Liebesbeziehungen haben.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Diskussion Wellenbrecher gesucht – Wer führt Deutschland aus der Pandemie?

Bund und Länder ringen um einheitliche Maßnahmen gegen die Pandemie, aber die dritte Coronawelle zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Wer baut eine trittsichere Brücke zur Herdenimmunität? Wann leben wir endlich wieder normal? Claus Heinrich diskutiert mit Ulrike Herrmann - Wirtschaftskorrespondentin taz, Berlin, Prof. Dr. Stephan Lessenich - Soziologe, München, Prof. Dr. med. Bodo Plachter - Virologe, Mainz  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Gespräch Armin Nassehi: Warum Konflikte in der Corona-Krise so schnell eskalieren

Für die Gesellschaft sei die Corona-Krise ein Stresstest, sagt der Münchner Soziologe Armin Nassehi in SWR2. Gerade deshalb steige die Gefahr, dass Auseinandersetzungen über den Kurs in der Krise schnell eskalierten. „Ich habe das Gefühl, dass man in der öffentlichen Debatte nur noch zwei Parteien kennt, Lockdown-Befürworter und Lockdown-Gegner“, so Nassehi. Dabei hätten die Probleme weitaus mehr Graustufen.
In Debatten wie um das Instagram-Video der SAT1-Journalistin Marlene Lufen zeige sich das Problem der Situation: Man könne mit derselben Berechtigung auf soziale und wirtschaftliche Probleme hinweisen wie auf Erfordernisse des Gesundheitsschutzes. Es sei ein klassisches Dilemma, so Nassehi, wenn zwei Seiten sich widersprächen, aber beide Recht hätten. „Da liegt es nahe, dass der Streit eskaliert“.
Zugleich lasse sich über Eskalation einfacher berichten als über die Lösung der Probleme, zumal wenn sie so schwierig sei. Armin Nassehi: „Es ist für mich natürlich eine schöne Position als Beobachter, auf solche Dilemmata hinzuweisen, wenn man sie nicht selbst auflösen muss. Die Probleme scheinen im Moment schneller zu sein als unsere Reaktionsweisen, und das ist genau der Stresstest, in dem wir uns derzeit befinden.“  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Jede Wahrheit kritisieren – Der Philosoph Hans Albert wird 100

Am 8. Februar 2021 feiert der Philosoph und Soziologe Hans Albert seinen 100. Geburtstag. Hans Albert habe sich mit dem Denken selbst beschäftigt, sagt Florian Chefai vom Direktorium des Hans-Albert-Instituts in SWR2. Die Tradition des kritischen Rationalismus, in der Albert stehe, gehe davon aus, dass Denken immer fehleranfällig sei und wiederholt überprüft werden müsse.    mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Archivradio Das letzte Jahr der DDR – Der Weg zur Wiedervereinigung

Die Mauer ist weg. Die DDR soll eine Demokratie werden. Doch gleichzeitig locken D-Mark und die Idee einer schnellen Wiedervereinigung. Stationen der Einheit in Originaltönen.  mehr...

SWR2 Wissen: Archivradio SWR2

Jahrestag Gemischte Bilanz: 30 Jahre Deutsche Einheit

Am 3. Oktober 1990 - ein knappes Jahr nach dem Fall der Mauer - trat die frühere DDR der Bundesrepublik bei, mit weitreichenden Auswirkungen in Deutschland und weltweit. Wie bewerten Ost und West heute – zum 30. „Tag der Deutschen Einheit“ – die Entwicklungen seit dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990? Als Erfolgsgeschichte trotz vieler Rückschläge oder als Vereinnahmung des Ostens durch den Westen?  mehr...

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