Tagesgespräch

Wirtschaftsminister Habeck: “Norwegen kann eine wichtige Säule in der künftigen Energieversorgung sein”

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AUTOR/IN
Lissy Kaufmann

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Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) sieht in Norwegen einen verlässlichen Partner in der Energieversorgung. Anlässlich seiner Reise in das Land sagte er im SWR2 Tagesgespräch aber auch: “Gleichwohl bleibt es richtig, dass wir als Lektion aus der russischen Abhängigkeit insgesamt nicht wieder in eine so große Abhängigkeit von nur einem Land geraten sollten. Wir haben ja auch verschiedene Wasserstoffprojekte angeleiert mit anderen Ländern, wir wollen nicht zuletzt die eigene Produktion deutlich hochfahren. Aber Norwegen kann eine wichtige Säule in der künftigen Energieversorgung sein.”
Auch die unterirdische CO2-Verpressung “Carbon Capture and Storage” (CCS), die in Norwegen erprobt wird, überzeugt Habeck mittlerweile. Einerseits seien Fragen nach der Sicherheit von CCS beantwortet, so Habeck: “Die Technik scheint sicher zu sein - nach all dem, was man in den letzten zwanzig Jahren in Norwegen an Erfahrungen gesammelt hat. Es gibt keine Berichte darüber, dass das CO2 wieder ausgetreten ist, sondern dass es sich im Erdreich verfestigt.”
Das zweite Argument gegen CCS sei die Frage gewesen, ob man an klimaschädlicher Energieproduktion festhalte, weil man das entstehende CO2 einfach in der Erde verklappen könne. Diese Gefahr erübrigt sich aus Habecks Sicht, weil die Methode so energieintensiv sei, “und deswegen ergibt es nur Sinn sie dort einzusetzen, wo man keine andere Alternative zur Dekarbonisierung hat.” Das sei etwa in der Zementindustrie und Teilen der chemischen Industrie der Fall. “Und für diese industriellen Prozesse ist das die beste Technik, die wir haben, um die Industrie klimaneutral zu machen”, so Habeck.

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Lissy Kaufmann