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INTERVIEW

In Berlin und in vielen anderen Städten gibt es seit 6. Dezember jeden Sonntag Mahnwachen mit Kerzen, um der Corona-Toten zu gedenken. Einer der Initiatoren der Aktion „Wir geben den Toten ein Gesicht“ ist der Journalist und Autor Christian Y. Schmidt. Im Gespräch mit SWR2 erklärt er die Beweggründe: „Uns ist aufgefallen, dass die Toten in den Medien kaum noch vorkommen.“

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Einzelschicksale statt „dürrer“ Statistiken

Wenn überhaupt, kämen die Corona-Toten nur noch als dürre Zahl in der Öffentlichkeit auf. Dem müsse man entgegentreten. Durch diese Art der Berichterstattung und Kommunikation könne sich keiner diese Toten vorstellen oder wer sie seien, auch die Zahl könne sich so kaum jemand vorstellen.

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Das liege vermutlich an einer Wechselwirkung von Abstumpfungseffekt und der fehlenden Präsenz der Toten im Alltag, meint Schmidt. Er erinnere sich gut an eine Aktion der New York Times, die während der ersten Pandemie-Welle ihre Titelseite mit den Namen von 1.000 mit Covid-19 verstorbenen Personen bedruckt hatte. Damit sei klar geworden, dass es sich um einzelne Menschen und Schicksale gehandelt habe, nicht bloß um abstrakte Zahlen.

Gedenkorte in vielen Städten

Schmidt ruft dazu auf, dass sich Menschen in ihren Wohnorten selbst Orte aussuchen und dort Kerzen mit einem Hinweis aufstellen, dass sie der Corona-Toten gedenken.

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