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Auf der Zielgeraden des Wirecard-Untersuchungsausschuss stellen sich Fragen nach der politischen Verantwortung im Skandal um den milliardenschweren Finanzbetrug beim ehemaligen DAX-Konzern Wirecard. Und es bleiben „dicke Kratzer im Lack“ bei den politischen Spitzen der Großen Koalition Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz, meint ARD-Hauptstadt-Korrespondent Alfred Schmit in SWR2.

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Natürlich werde jetzt im Untersuchungsausschuss vor allem Wahlkampf gemacht. Dennoch habe der Ausschuss viel Aufklärung geleistet. Die beiden Spitzen der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, mussten gehen. Ebenso der Chef der APAS, der Wirtschaftsprüferaufsicht.

Ebenso hätten die Debatten um Wirecard auch eine ganze Liste von Reformen „angeschubst“. So habe die BaFin zum Beispiel mehr Kompetenzen bekommen. Gleichwohl werde die Regierung die politische Mitverantwortung für den Wirecard-Skandal nicht ganz los.

Nach der Finanzkrise 2008/2009 und bisherigen Bilanz-Skandalen in deutschen Unternehmen seien die Konsequenzen „nicht scharf genug“ gewesen, meint Alfred Schmit. Und nur deshalb habe Wirecard passieren können. Diesen Makel würden vor allem Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier nicht los.

Film Schwer durchschaubares System Wirecard - das Dokudrama „Der große Fake“

Der frühere Dax-Konzern Wirecard war weltweit einer der großen Player im Bereich von Online-Abrechnungssystemen. Nach kritischen Zeitungsberichten flog er auf, unter anderem wegen einem nicht existierenden Firmenvermögen auf den Philippinen. In dem Dokudrama von Raymond Lay kommt man durch großartige Darsteller wie Christoph Maria Herbst und Franz Hartwig den Persönlichkeiten hinter dem Skandal ein Stück näher.  mehr...

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